Erstmals haben Tarifpartner in der Chemie-Industrie das Thema Erstausbildung gemeinsam beleuchtet. Die Veranstaltung fand gestern im Pumpwerk statt.

Von Norbert Czyz

Wilhelmshaven Die Vordenker Dr. Jochen Wilkens, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes (AGV) Chemie Nord und Ralf Becker, Landesleiter der IG Bergbau, Chemie, Energie (BCE) Landesbezirk Nord appellierten am Vormittag an die Bundesregierung, „die Ärmel hochzukrempeln“ und Wachstum hemmende Regularien zu beseitigen. Am Nachmittag beim Ausbildungsforum Küstenchemie im Pumpwerk lautete der Schlussappell: „Geben Sie den (Haupt-)Schülern eine Chance“. Gemeint war auf eine Erstausbildung im dualen System, dessen Leistungsfähigkeit weltweit anerkannt ist. Frank-Peter Schild vom AGV ChemieNord betonte, dass es eine Veranstaltung dieser Art zuvor in Deutschland noch nicht gegeben habe. Sie soll wiederholt werden.

Seit etwa zehn Jahren setzt die Chemieindustrie, neben vier weiteren Berufen wie Chemiekant, Chemielaborant usw. auf die zweijährige Ausbildung zur Produktionsfachkraft Chemie. Ein Beruf, auf den sich aufbauen lässt und dessen Voraussetzungen auch Hauptschüler erfüllen können. Die Agentur für Arbeit hat vor einigen Jahren zusammen mit dem AGV Chemie Nord eine Umschulungsmaßnahme mit gut 20 Teilnehmern durchgezogen, die fast alle bestanden haben.

Soweit vorhanden, war beim gestrigen Ausbildungsforum nur von positiven Erfahrungen die Rede. In einzelnen Diskussionbeiträgen zum Thema Erstausbildung in chemischen Berufen wurde deutlich, dass mit einigen Anstrengungen der ausbildenden Betriebe auch Wissenslücken geschlossen werden können. So engagiert beispielsweise die NWO Studenten für Nachhilfeunterricht.

Diskutiert wurde u.a. auch die Frage, ob die Schule eine breite Allgemeinbildung vermitteln soll oder schon spezielles Wissen. Peter Aengeneyndt (Nordenham) von Kronos Titan plädierte für ein breites Grundwissen, denn: „Betriebsblind werden wir früh genug“.

In der Veranstaltung verdeutlichten Arbeitgebervertreter Dr. Jochen Wilkens und Gewerkschafter Ralf Becker vorbildliche Sozialpartnerschaft und die Diskutanten, dass sie die Nachwuchsfrage durchaus kritisch sehen.

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Markus Seebeck von der Wilhelmshavener Raffinerie Gesellschaft diagnostizierte sinkendes Bewerberaufkommen, Schild sinkende Ausbildungszahlen. Susanne Eilers (Emden) appellierte: „Nicht nur von anderen die Mitarbeiter „pflücken“, sondern selber ausbilden.“ Chemie Nord möchte die Verbundausbildung weiter ausbauen. Dann zu besseren Konditionen in der Ausbildungsvergütung, wünscht sich Hartmut Kittel vom IG BCE-Bezirk Oldenburg.

Derzeit wird in der Verbundausbildung unterhalb des Flächentarifs vergütet. Schild signalisierte Entgegenkommen.

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