Wilhelmshaven Das Thema Energiekosten ist spätestens seit der geplanten Energiewende in aller Munde. Die stetig steigenden Preise für Strom betreffen jeden. Besonders belastet sind davon jedoch Menschen, die sowieso schon jeden Euro zweimal umdrehen müssen. Das wiederum wirkt sich auch auf die Energieversorger aus. „Die GEW ist von der schwachen Sozialstruktur der Stadt Wilhelmshaven ganz gehörig betroffen“, sagte GEW-Geschäftsführer Josef Thomann bei der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses im Infocenter der GEW.

Soll heißen: Die hohe Anzahl sozial schwacher Einwohner der Stadt machen dem Energieversorger zu schaffen. Denn viele können schlicht ihre Rechnungen nicht bezahlen. Wie viele Kunden es tatsächlich sind, war Thomann nicht bereit, öffentlich zu sagen.

Er berichtete jedoch, dass bei der GEW ein Dutzend Mitarbeiter mehr damit beschäftigt sind, sich um zahlungssäumige Kunden zu kümmern, als in vergleichbaren Betrieben. „Das zeigt die Auswirkungen der sozialen Schwäche der Stadt.“

Die GEW mahne versäumte Zahlungen früh an, erklärte Thomann, damit das Problem nicht immer größer werde. Häufig machten seine Mitarbeiter aber die Erfahrung, dass die Betroffenen die Augen vor dem Problem verschließen und sich nicht um die Mahnungen kümmern, die sie regelmäßig erreichen. In vielen Fällen werden sie wohl gar nicht erst geöffnet. Denn nicht selten komme es auch vor, dass die Menschen vor ihrem Schuldenproblem davonlaufen – sprich umziehen. „Wir mahnen die offenen Posten wöchentlich an, damit wir gemeinsam eine Lösung finden können“, sagte Thomann.

Diese Lösung könne zum Beispiel eine Ratenzahlung sein. Häufig werden auch das Jobcenter oder andere Institutionen mit ins Boot geholt. Denn eins stehe fest: „Am Ende muss die Energie bezahlt werden.“ Die Preise können nicht nachgelassen werden.

Bis es tatsächlich zu einer Stromsperre kommt, sei es aber ein weiter Weg, versicherte Thomann. „Dann muss das Problem wirklich lange ignoriert worden sein.“

Auch wenn der Sperrmonteur schon vor der Tür stehe, könne noch eine Lösung gefunden werden. Wenn sich die Kunden jedoch weigerten, führe an der Sperrung kein Weg vorbei. In der Regel dauere die stromlose Zeit drei bis fünf Tage.

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