Friesland /Wilhelmshaven Im Arbeitsagenturbezirk Wilhelmshaven-Friesland ist die Zahl der Arbeitslosen im Dezember 2012 mäßig angestiegen. Zwar stieg in der Geschäftsstelle Wilhelmshaven die Zahl der Arbeitslosen im Dezember 2012 um 117 auf 4494, dennoch fällt auf, dass sich die Arbeitslosenzahlen in der Jadestadt im Vergleich zu Dezember 2011 etwas verbessert haben.

Das ist, wie die von Agenturchef Bernd Wozniak vorgestellte Monats- und Jahresstatistik verdeutlicht, allein dem Bereich der Grundsicherung (SGB II/Jobcenter) zu verdanken. Hier sank binnen eines Jahres die Arbeitslosenzahl um 234 auf 3609, während sie im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Sozialgesetzbuch III) um 159 auf 885 zugenommen hat. Auch in Varel ging die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Dezember 2011 leicht zurück; in Jever wie auch im Gesamtbezirk stagnierte sie.

Allerdings ist die positive Entwicklung innerhalb der vergangenen zwölf Monate nicht ausschließlich von Effekten des Arbeitsmarkts geprägt gewesen. Den starken Rückgang der Arbeitslosenzahlen im Jobcenter Wilhelmshaven erklärte Wozniak mit nicht unwesentlichen „Abgängen in Rente“, während gleichzeitig nicht so viele Versicherte in die Grundsicherung abgerutscht seien.

Weniger erfreulich war die Entwicklung im Bereich des Zugangs an offenen Stellen. 2012 wurden in der Geschäftsstelle Wilhelmshaven 2147 offene Stellen gemeldet, 578 weniger als 2011. In Varel waren es 978 (minus 251) und in Jever 1519 (minus 271).

Wozniak begründete das mit der Zurückhaltung der Arbeitgeberseite bei der Einstellung neuer Arbeitskräfte. Manchmal betrage die Laufzeit einer Offerte 95 bis 100 Tage, weil sich die Unternehmen bei der Entscheidung jetzt mehr Zeit ließen.

Andererseits würden sich die Unternehmen auch nicht mehr so schnell von qualifizierten Mitarbeitern trennen, worauf die sinkende Zahl der Zugänge aus Erwerbstätigkeit hinweise. Das gilt auch für Friesland, nicht aber für Wilhelmshaven. Ein weiteres Indiz für unterschiedliche Trends: In Wilhelmshaven ist die Zahl der versicherungspflichtig Beschäftigten um 62 oder 0,2 Prozent zurückgegangen, in Friesland um 767 oder 2,9 Prozent gestiegen.

Zum Thema Fachkräftemangel sagte Wozniak, es gebe „partielle Engpässe“, vor allem in den technischen und den pflegenden Berufen. In der Altenpflege käme derzeit auf drei Stellen ein Bewerber. Wozniak: „Der Pflegebedarf ist durch deutsche Pflegekräfte nicht zu decken.“

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