Wilhelmshaven Noch lässt sich die rote Pracht aus vergangenen Tagen nur erahnen, doch schon bald soll das Feuerschiff „Weser“ mit neuem Glanz Wilhelmshaven schmücken. Für seinen Liegeplatz im geplanten, neuen Museumshafen im sogenannten Großen Hafen mitten in der Jadestadt wird das über 100 Jahre alte Traditionsschiff derzeit vorbereitet.

Nun haben am Nordwestkai auf dem Gelände der Firma Nordfrost, wo die „Weser“ aktuell liegt, die ersten Vorarbeiten für eine Grundsanierung begonnen. Aktuell bietet das rund 53 Meter lange Traditionsschiff ohne seine abmontierte Leuchte einen traurigen Anblick. Überall rostige Stellen und Dreck. Die signal-rote Farbe ist weitgehend verblast. „Es ist ein Sanierungsbedarf da, unübersehbar“, sagte Andreas Westphalen, der als Sachverständiger für Traditionsschiffe die Sanierung der „Weser“ begleitet.

Von außen sehe das Schiff mit all den Korrosionsschäden mitgenommen aus. „Aber wenn man da mal darunter schaut, ist es meistens gar nicht so schlimm“, erklärte Westphalen. Der Stahl des genieteten Rumpfes sei in einem guten Zustand. Arbeiter haben bereits damit begonnen, die verbliebene Inneneinrichtung auszubauen, um das Schiff für die Werftzeit vorzubereiten.

In Schiff war Restaurant untergebracht

Am Kai stapeln sich Kühlschränke, Möbel und Küchenbauteile - denn zuletzt war in dem Schiff auch ein Restaurant untergebracht. Es lag bis 2017 am Bontekai im Großen Hafen. Sobald das Schiff „baufrei“ sei, soll es zur Sanierung in eine geeignete Werft kommen, erklärte Stadtbaurat Niksa Marusic. Die Stadt hofft, dass es noch dieses Jahr soweit sein könnte. Einen genauen Zeitplan ließe sich aber nicht prognostizieren. „Es wird oft länger und teurer als vorher geplant“, sagte Marusic. In der Werft könnten noch einige Überraschungen dazu kommen, ein Teil sei im Gesamtbudget aber bereits eingeplant.

Die Sanierungskosten allein für die „Weser“ belaufen sich demnach auf 1,65 Millionen Euro - rund 90 Prozent der Kosten werden mit Bundesmitteln gefördert. Das Land beteiligt sich zudem an den Kosten für den geplanten Museumshafen. Insgesamt werden für das Großprojekt knapp drei Millionen Euro veranschlagt.

In dem neuen Museumshafen am Bontekai soll neben der „Weser“ auch der ebenso noch zu sanierende Dampftonnenleger „Kapitän Meyer“ einen Liegeplatz finden und so die Ausstellung des benachbarten Küstenmuseums erweitern. Dazu wird derzeit die Kaikante vor dem Museum in eine Treppenanlage umgebaut.

Gewinn für Einwohner und Touristen

Wilhelmshavens Oberbürgermeister Carsten Feist (parteilos) sieht in dem Vorhaben eine Aufwertung des Hafens für Einwohner ebenso wie für Touristen. „Das Feuerschiff wird den Hafen sichtbar machen“, ist sich Feist sicher. Vielen Touristen, die in die Stadt kämen, sei gar nicht bewusst, dass Wilhelmshaven einen der größten Häfen Deutschlands habe. Die großen Pötte würden schließlich weiter draußen liegen, etwa am JadeWeserPort.

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Mit der Rückkehr der Traditionsschiffe werde die maritime Geschichte der Stadt in den Vordergrund rücken, sagte Feist. Auf der „Weser“ soll nach der Werftzeit auf dem Oberdeck eine Dauerausstellung von der Geschichte des Schiffes und dem Leben an Bord erzählen. Das 1907 bei der Bremer Werft A.G. gebaute Schiff war zunächst ein Reservefeuerschiff für andere Stationen in der Nordsee. Es wurde etwa auf den Positionen Norderney und Elbe eingesetzt. Erst 1953 kam es unter dem gleichen Namen bis 1981 auf die Position Weser.

Die Stadt Wilhelmshaven übernahm das Schiff kurz nach Dienstende für den damaligen Schrottpreis in Höhe von 15.000 Mark. Feuerschiffe sind als Museumsschiffe noch in einigen norddeutschen Häfen zu besichtigen. Erst kürzlich wurde etwa die Grundsanierung der „Amrumbank/Deutsche Bucht“ in Emden abgeschlossen. Insgesamt gebe es noch sieben Feuerschiffe an Nord- und Ostseeküste, fünf davon seien sogar noch fahrbereit, berichtete der Sprecher des Dachverbandes Maritimes Kulturgut Deutsche Feuerschiffe, Heinz-Günther Buß.

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