Wildeshausen „Ich komme vom Dorf und ich lebe im Dorf“: So hat sich Thomas Krüger, seit rund einem Jahr Geschäftsführer des Niedersächsischen Heimatbundes (NHB), vor der Jahreshauptversammlung des Bürger- und Geschichtsvereins Wildeshausen im „Alten Amtshaus“ vorgestellt. Vorsitzender Bernd Oeljeschläger kündigte Krüger am Mittwochabend als „großen Besuch“ an. Und der NHB-Vorsitzende hatte Großes zu verkünden.

Zum Jubiläum „750 Jahre Stadtrechte Wildeshausen“ wird der Niedersächsische Heimatbund am 22. und 23. Mai 2020 den 101. Niedersachsentag in Wildeshausen abhalten. Dahinter verbirgt sich die wichtigste Veranstaltung des NHB im Jahreslauf. Die führt auch regelmäßig den Ministerpräsidenten zur Versammlung, um die sogenannte „Rote Mappe“ in Empfang zu nehmen und zugleich die „Weiße Mappe“ als Antwort der Landesregierung aus dem Vorjahr zu überreichen.

Dachverband der Heimatpflege

Der Niedersächsische Heimatbund (NHB), 1905 gegründet, ist der Dachverband der Heimatpflege und vertritt 400 Heimat-, Geschichts- und Bürgervereine, Landkreise, Städte und Gemeinden sowie Institutionen der Heimatpflege und ist anerkannter Naturschutzverband bei öffentlichen Beteiligungsverfahren. Beratungen erfolgen in sechs Fachgruppen zu Bereichen wie Archäologie, Denkmalpflege, Geschichte, Kulturlandschaft, Natur- und Umweltschutz, Niederdeutsch und Saterfriesisch.

Beraten werden Vertreter der Landespolitik, Ministerien, Behörden, Landschaftsverbände und andere. Das gilt auch für Fördermöglichkeiten von Bund, Land und Landschaften, Mitwirkung an Eingriffsvorhaben wie Straßenbau und Schutzgebietszuweisungen.

Der Verband tritt für einen modernen und offenen Heimatbegriff ein. Es geht um Erhalt und Weiterentwicklung der Heimat, Stärkung des Ehrenamtes sowie Weitergabe und Gewinn lokalen und regionalen Wissens.

Krüger bezeichnete dies nicht als nur rein symbolischen Akt, sondern vielmehr stehe dahinter der Jahresbericht zur Situation der Heimatpflege in Niedersachsen. Die „Rote Mappe“ habe Gewicht, über sie werde Kritik und Lob zu Vorhaben und Projekten ausgesprochen. „Jeder Bürger in Niedersachsen kann bis zum 31. Oktober des Vorjahres Probleme melden, Fragen stellen oder sich positiv über Entwicklungen äußern, die die Heimatpflege betreffen“, erklärte Krüger.

Aus der Runde kam da schnell die Zukunft der Gebäude an der Herrlichkeit, die sich in Landesbesitz befinden, ins Gespräch. Krüger riet, entsprechende Konzepte vorzulegen. Allerdings sind die zurzeit nicht greifbar, wie an dem Abend ebenso schnell klar wurde. Dafür gilt es, noch die Hausaufgaben zu erledigen.

Unter der Überschrift „Junge Heimat“ wird der 101. Niedersachsentag am 22. Mai in Wildeshausen eröffnet werden. Die Versammlung bietet dabei ein Forum für Vereine, Projekte und Initiativen einschließlich der NHB-Fachgruppen mit dem „Worldcafé“. In dem können nach einem Impulsvortrag kurze Vorstellungen der einzelnen Gruppierungen erfolgen. Nach der zweistündigen NHB-Mitgliederversammlung ist um 19.30 Uhr der Empfang von Stadt und Landkreis geplant.

Tags darauf beginnt der Niedersachsentag mit einem ökumenischen Gottesdienst und der öffentlichen Festveranstaltung von 11 bis 13 Uhr. Hier steht die Übergabe der Roten und der Weißen Mappe an. Ministerpräsident Stephan Weil und NHB-Präsident Prof. Dr. Hansjörg Küster werden die Mappen austauschen. Im Anschluss wird die Einladung an die Stadt Braunschweig als Ausrichter des 102. Niedersachsentages am 28./29. Mai 2021 ausgesprochen.

Geplant sind ferner von 14 bis 17 Uhr Exkursionen zu den Themen Restaurierung Alexanderkirche, Urgeschichtliches Zentrum Wildeshausen und Pestruper Gräberfeld mit Hunte-Niederung.

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