Wildeshausen /Landkreis Eigentlich war alles perfekt. Zum ersten Mal seit langer Zeit hatte Alexandra Korfé aus Sandkrug mit ihrer Freundin und Trauzeugin gemeinsam Urlaub gebucht. Für fünf Tage wollten sie am ägyptischen Strandort Hurghada dem Alltag zuhause entfliehen. Doch als Alexandra Korfé am Montagmorgen das Radio anschaltete und die Nachrichten hörte, war für sie klar: Der gemeinsame Urlaub ist geplatzt.

Der geplante Urlaub

Grund ist die Insolvenz des britischen Reiseveranstalters Thomas Cook. Auch die Tochterunternehmen wie Neckermann-Reisen und Blucher-Reisen sind davon nach aktuellem Stand betroffen. Hier hat Alexandra Korfé ihren Urlaub gebucht. „Meine Freundin hatte zuvor bei einem anderen Anbieter gebucht. Nachdem mein Urlaub im April genehmigt wurde, habe ich das auch gemacht. Aber eben bei Blucher-Reisen“, erzählt die Sandkrugerin. Am 12. Oktober sollte die Reise nach Ägypten starten. Dass dies jetzt noch klappt, glaubt Korfé nicht mehr. „Ich habe das Ganze online gebucht, hätte dort jetzt alle Angaben für die Reise machen sollen. Das Programm ist aber abgeschaltet“, verrät sie.

Die Urlaubsvorfreude ist der Angst gewichen. Angst davor, dass sie das Geld für die gebuchte Reise nicht zurückbekommt. „Ich habe schon fünf, sechs Mal eine Pauschalreise gebucht und immer gute Erfahrungen gemacht. Aber über die Ungewissheit bin ich unendlich traurig. Ich habe für diese Kurzreise viel Geld bezahlt. Und ohne Rückzahlung kann ich die Reise nicht noch einmal finanzieren.“

Viel Arbeit für Reisebüros

Doch nicht nur Alexandra Korfé wird diesen Montag nicht so schnell vergessen –den Reisebüros aus dem Landkreis geht es ähnlich. Den gesamten Tag über stand das Telefon nicht still, die Mitarbeiter hatten alle Hände voll zu tun. Zahlreiche Kunden erkundigten sich, was aus ihren Buchungen wird – schließlich stehen die Herbstferien kurz bevor.

Gibt es weitere betroffene Personen im Landkreis?

Kaum hatte Martin Brockmann vom Wildeshauser Reisebüro Brockmann die Insolvenz-Nachricht erreicht, saß er schon an seinem Arbeitsplatz und überprüfte, welche seiner Kunden aktuell verreist sind und bei welchen dies in Kürze der Fall ist. „Zum Glück ist bei mir zum aktuellen Zeitpunkt keiner mit den betreffenden Reiseanbietern unterwegs“, sagte Brockmann.

Ein Kunde, der über Neckermann-Reisen gebucht hatte, steckte aber am Hamburger Flughafen fest: Der Zutritt in den Condor-Flieger wurde ihm verwehrt. „Mit ihm stand ich den gesamten Morgen im Kontakt. Gemeinsam haben wir nach einer Lösung gesucht“, so Brockmann.

Was lief bei den Reisebüros am Montag auf?

Telefonisch hatten nahezu die gesamten Landkreis-Reisebüros alle Hände voll zu tun. „Die Drähte sind natürlich heiß gelaufen“, sagte Kai Wessel vom Reisebüro Wessel aus Hude und steht damit keineswegs allein da. „Als ich heute morgen zur Arbeit kam, standen bereits die ersten Kunden vor der Tür, um zu fragen, was aus ihren Buchungen für die kommende Woche wird“, erzählte Elke Hadstein, Inhaberin des Sandkruger Reisebüros „Erleb’ was!“. Auch beim Reisebüro am Markt in Ganderkesee gab es Dutzende besorgter Kunden, die die Mitarbeiter nach Rat fragten.

Welche Informationen haben die Reisebüros?

Wirkliche Antworten konnten die Mitarbeiter auf die Fragen der Kunden am Montagnachmittag noch nicht geben. Denn: Zunächst einmal wurde nur mitgeteilt, dass bei Neckermann-Reisen alle Reisen mit Abreisedatum vom 23. und 24. September nicht gewährleistet werden können. „Was danach passiert, ist noch völlig unklar“, so Elke Hadstein. Kai Wessel ergänzte: „Da es noch laufende Verhandlungen gibt, können wir nicht viel sagen.“ Über die aktuellen Entwicklungen werde man mittels Newsletter und E-Mail informiert. „Wir können unseren Kunden im Moment nur sagen, dass wir sie informieren, sobald wir selber Informationen haben“, sagte Angelika Römer.

Was kommt auf die Reisebüros nun zu?

„Wir sind dabei, für alle unsere Kunden Alternativen zu suchen“, sagte Silke Holscher, Co-Inhaberin des Ganderkeseer Reisebüros am Markt. Solange aber Neckermann-Reisen nicht von der Insolvenz betroffen ist, können die Reisebüros für ihre Kunden keinen Ersatz buchen. „Wir haben uns aber darauf vorbereitet.“

Gab es eine solche Insolvenz in der Vergangenheit?

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Eines steht bereits jetzt schon fest: Eine Insolvenz von einem Reiseveranstalter wie Thomas Cook haben die Mitarbeiter der Reisebüros in dieser Form und Größe noch nicht erlebt. Im kleineren Ausmaß sei dies aber bereits mehrfach vorgekommen.

So sind die Insolvenz der Fluggesellschaft Germania und die damit verbundenen Stornierungen und Umbuchungen Anfang des Jahres noch allgegenwärtig. „Wir sind kampferprobt“, sagte Kai Wessel. „Wir gehen alle Wege mit unseren Kunden gemeinsam. Jeder der eine Frage hat, kann anrufen.“

NWZ-Leserreisen
Traumhafte Urlaubsreisen - bestens organisiert und betreut mit deutscher Reisebegleitung ab Oldenburg.

Sönke Spille Freier Mitarbeiter Lokalsport / NWZ-Redaktion
Hergen Schelling Leitung / Redaktion für den Landkreis Oldenburg
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.