Wildeshausen Fünf Jahre sind sie gewachsen, bis der Zopf 40 Zentimeter lang war. Und dann – schnipp-schnapp – waren die Haare ab.

Die Zehnjährige Lorena Madlene Zieten hat sich am Dienstagnachmittag ihre langen Haare abschneiden lassen, um sie dem Verein Haarfee mit Sitz in Österreich zu spenden, der Perücken für kranke Kinder und Jugendliche herstellt. Friseurmeister Bernd Niester hat für die Aktion im Modehaus von Lorena Madlenes Eltern „Rock un Blus“ die Schere gezückt.

Bevor es aber losgehen konnte, band der Friseurmeister dem Mädchen einen strengen Zopf, damit möglichst viel Haar für die Perücke übrig bleibt. Dann hielt Jeanine Zieten, die Mutter von Lorena, den Zollstock an. „Der Zopf muss 40 Zentimeter lang sein.“ Schließlich kam die Schere zum Einsatz. Im Laden herrschte Trubel und Aufregung. „Ich bin schon ein bisschen nervös“, sagte Lorena und klammerte sich fest an den Zollstock, „das letzte Mal hatte ich mit fünf Jahren kurze Haare.“ Der Countdown lief: „Drei, zwei eins....“ Jubel. In Sekundenschnelle waren die Haare ab. Ein Griff in den Nacken – da war nicht mehr viel, stellte Lorena Madlene fest. „Komisches Gefühl.“

Im Radio hätten Mutter und Tochter einen Bericht über Krebskranke gehört, und was es für die Patienten bedeutet, eine Chemotherapie durchzustehen. „Dass auch Kinder Krebs kriegen können und sie dann ihre Haare verlieren, hat Lorena sehr traurig gemacht“, erzählt Jeanine Zieten. Daraufhin sei ihnen die Idee gekommen, Haare zu spenden.

„Für Perücken sind echte Haare immer mehr gefragt“, erklärte Zieten. Aus den Haaren von Lorena Madlene soll eine Langhaarperücke gemacht werden. Die seien selten, da nur wenige wirklich lange und gesunde Haar hätten. „Sie dürfen nämlich weder kaputt noch gefärbt sein.“ Allein Lorena Madlenes Zopf reicht allerdings nicht aus für eine Perücke. Vier weitere Zöpfe braucht man dafür. Zusätzlich kostet die Produktion einer Perücke 500 Euro. Die will Vater Karsten Poppe in den kommenden zwei Wochen in seinem Geschäft sammeln: „Für jedes gekaufte Kleidungsstück spenden wir zwei Euro.“ Außerdem stehe eine Spendenbox bereit.

Und doch hat Lorena Madlene ein richtig gutes Gefühl bei der ganzen Sache, denn so konnte sie helfen. Und wenn ihr der kurze Schnitt doch nicht gefällt? „Dann wachsen die Haare ja wieder nach“, so die Zehnjährige. Ihre Mutter ist auf jeden Fall begeistert: „Sieht doch sehr frech aus.“


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Nina Janssen Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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