WILDESHAUSEN Neun der neuen Bewohner sind schon eingezogen, sieben am Freitag, zwei am Montag. Bis Weihnachten sollen 15 von insgesamt 18 Frauen und Männer in ihrem neuen Zuhause im ehemaligen „Hotel am Rathaus“ mitten in der Wildeshauser Innenstadt leben. Und obwohl überall noch die Handwerker aktiv sind, kann man sich vorstellen, dass es sich hier gut wohnen lässt in dem „Referenzmodell“ der Diakonie Himmelsthür, das Regionalgeschäftsführer Jörg Arendt-Uhde und der Eigentümer der Immobilie, Otto Sandkuhl, am Montag vorstellten.

Für die Himmelsthür markiert der Start dieses Projektes einen weiteren wichtigen Schritt in ihrem bereits im Vorjahr eingeleiteten Umwandlungsprozess, der das Ziel hat, mindestens 240 Menschen mit Assistenzbedarf alternative, gemeindeintegrierte Wohnangebote außerhalb des Zentralgeländes an der Dr.-Klingenberg-Straße zu vermitteln. Durch die Schaffung solcher Angebote sollen Selbstbestimmung, Teilhabe und Integration von Menschen mit Behinderungen mitten in der Gesellschaft gefördert werden. Finanziert wird das über mehrere Jahre angelegte Projekt unter anderem von der „Aktion Mensch“.

„Ich bin begeistert, dass es gelungen ist, dieses neue Angebot hier im Herzen unserer Stadt einzurichten“, lobte Bürgermeister Dr. Kian Shahidi die Diakonie und den Eigentümer des Hauses, der das ehemalige Hotel für 20 Jahre an die Himmelsthür vermietet hat. Auf knapp 700 Quadratmetern Nutzfläche sind nach einer Komplettrenovierung drei Vierer-Wohngemeinschaften, eine Dreier-WG, eine Paarwohnung und ein Einzelappartment entstanden. Alle Wohneinheiten sind mit Küchen, alle Zimmer mit Bad und WC ausgestattet. Bei der individuellen Einrichtung und Ausstattung konnten die Bewohner mitbestimmen. „Das Konzept Selbstbestimmung und Selbstversorgung wird hier voll erfüllt“, betonte Wohnbereichsleiterin Merle Conrads, die mit sieben weiteren Mitarbeitern für die Betreuung der Bewohner von 6.30 bis 22 Uhr zuständig ist. Nachts gibt es eine Rufbereitschaft. Die bisher sieben Frauen und acht Männer gehen alle einer geregelten Beschäftigung in den Werkstätten der Himmelsthür nach.

Thomas Gebhardt, zukünftiger Bewohner und Mitglied des Heimbeirats, kann es gar nicht erwarten, bis auch er in sein neues Heim einzieht. Für ihn ist es wichtig, dass er sein Aquarium mitbringen kann und dass es nicht so weit bis zum Bahnhof ist, „weil ich gerne mit dem Zug meine Schwester in Bremen besuche“.

zierte einige Wochen das alte Haus auf dem Grundstück der Diakonie an der Harpstedter Straße 35. Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Wildeshausen hatten es fantasievoll bemalt und ihr Werk am vergangenen Freitag beim gemeinsamen Abrissfest mit der Diakonie Himmelsthür gefeiert. Am Montag hat der Abriss des Hauses begonnen und wird voraussichtlich binnen weniger Tage abgeschlossen sein.

wird die Diakonie im nächsten Jahr vier Reihenhäuser errichten, die insgesamt 24 Menschen mit Assistenzbedarf Wohn- und Lebensmöglichkeiten bieten.

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