WILDESHAUSEN Seit Jahrzehnten gibt es diese Stammtischrunde. Lange Jahre waren die Herren bei Heinrich Warnke in der Gaststätte Varnhorn („Zur Linde“) an der Ahlhorner Straße zu Gast. Als die Wirtschaft Ende der neunziger Jahre schloss, setzte eine kleine Rundreise ein, denn die Stammtischler hatten zweimal Pech. Wenn sie kamen, machten die Kneipen bald zu. Inzwischen hat die muntere Runde für ihren Sonntag-Vormittagstreff ihren festen Platz an eher ungewöhnlicher Stelle gefunden: im Clubhaus auf dem Wildeshauser Golfplatz. „Ihr seid eine ruhige Runde, Ihr könnt Euren Stammtisch hier einrichten“, hieß es seitens des Clubs. Dabei ist es geblieben. „Das Panorama hier: herrlich“, spricht Friedrich Kammann für alle.

Geblieben ist der Name: „Stammtisch zu’n Tanten“ steht auf dem Wimpel. In der ersten Kneipe bedienten nämlich drei Frauen. „Wir gehen zu den Tanten“, war das geflügelte Wort der Stammtischler, die sich beim Gespräch in der Kneipe oder per Zufall kennen gelernt haben. Auf der Rückseite sind die Flaggen der Region aufgenäht, aus denen die Stammtischbrüder kommen.

„Das sind alles gestandene Wildeshauser“, fühlt sich „Neuling“ Alfred Panschar in der Runde der 60- bis 73-Jährigen bereits sehr wohl. Er weiß, dass ein Thema allen unter den Nägeln brennt und immer wieder diskutiert wird: die Situation in der Innenstadt, speziell in der Westerstraße. „Wie schön ist es am Donnerstag, wenn der Wochenmarkt ist“, sagt Max Löffler und alle nicken. „Dann ist die Innenstadt richtig klasse und gemütlich.“ Doch wenn die Sperrung der Westerstraße aufgehoben sei, sei die Situation leider anders, so das allgemeine Bedauern. Vorwiegend junge Autofahrer mit lauten Musikanlagen sorgen für Verdruss. „Das ist eine Vorführmeile für die Jungen“, ärgert sich Peter Wardatzky. Viele würden durchfahren, umdrehen und wieder durchfahren, nur um gesehen zu werden, beobachtete Panschar. „Wir brauchen eine reine Fußgängerzone“, sind sich die Männer einig und raten zum Mut, es auszuprobieren. Sie könnte auf der Westerstraße eingerichtet werden (von Abzweigung Neue Straße bis

Alte Apotheke). „Die Durchgänge von den Parkplätzen zur Innenstadt sind da. Da hat die Stadt nicht alles falsch gemacht“, so Kammann.

Als ersten Schritt könnten sich die Männer einen Versuch mit einer Fußgängerzone am Sonnabend und Sonntag vorstellen. Auch eine Einbahnstraßenregelung sei einen Versuch wert. Für die Motorräder könnten Teile des Marktplatzes an den Wochenenden als Stellfläche dienen.

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