WILDESHAUSEN WILDESHAUSEN/LD - Man muss das Eisen schmieden, solange es heiß ist – Willi Möser, seines Zeichens Chef des Protokolls der Wildeshauser Schützengilde und Erster Stadtrat, setzt das Motto wortwörtlich um. Der Gildeoffizier griff in der alten Schmiede der Familie Kreienborg im Lütjen Ort zum schweren Hammer, um den Papagoy fürs diesjährige Königsschießen zu schmieden. „Ich war neugierig, einmal leibhaftig mitzuerleben, wie der Papagoy hergestellt wird. Und mich hat natürlich auch die Arbeitsweise in dieser alten traditionsreichen Werkstatt interessiert“, gestand der Protokollchef.

Über dem offenem Feuer der alten Esse, in der am Wochenende wieder die Flammen loderten, durfte Möser dem Meister der Schmiedekunst, Bernhard Kreienborg, zunächst zwar nur über die Schulter schauen, später aber auch mal selbst zeigen, dass er durchaus in der Lage ist, den Hammer zielgenau zu schwingen.

Trotz der kraftraubenden Arbeit zeigte sich der Aushilfsschmied anschließend begeistert. „Wildeshausen hat hier im Herzen der Innenstadt ein ganz besonderes Kleinod, um das die wenigsten wissen. Es ist schon eine Besonderheit, dass diese alte Schmiede hier noch besteht.“ Aus der Sicht des CDU-Bürgermeisterkandidaten sei sie ein ebenso schützenswerter historischer Schatz wie die alte Lohgerberei der Familie Benecke in der Huntestraße. „Es ist eine alte Familientradition, dass hier in der Kreienborg’schen Schmiede der Papagoy für das Königsschießen der Gilde und der für das Kinderkönigsschießen geschmiedet werden. Schon der Vater von Bernhard Kreienborg hat hier am Feuer die Eisenvögel geschaffen“, war Möser beeindruckt. Er selbst kommt übrigens nicht in den Genuss, auf einen Papagoy anzulegen. So wollen es die Statuten der Gilde.

Aber gespannt, wer den stolzen Vogel in diesem Jahr erlegen und mit nach Hause nehmen darf, ist der Christdemokrat schon jetzt. Vor dem Schießen allerdings muss der eiserne Vogel erst noch begutachtet werden – und zwar auf der Offiziersversammlung der Gilde am Dienstag vor Pfingsten.

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