Wildeshausen /Thölstedt /varnhorn „Mit weniger Waffen Frieden schaffen – Europa soll mit aktiver Friedenspolitik vorangehen.“ Das fordern junge und alte Sozialdemokraten im Landkreis Oldenburg. Wie groß das Leid in kriegerischen Auseinandersetzungen sein kann, wurde der Gruppe am Wochenende am Varnhorner „Panzerfaust Denkmal“ besonders deutlich. Unmittelbar hinter der Kreisgrenze kamen dort nach Kriegsende am 12. Mai 1945 sechs Kinder zu Tode, als sie mit einer zurückgelassenen deutschen Panzerfaust hantierten haben.

Die beiden SPD-Senioren Rudolf Drieling (Wildeshausen) und Hermann Bokelmann (Harpstedt) zeigten drei Vertreter der Jusos im Landkreis die Unglücksstelle.

„Frieden ist das zentrale Projekt der europäischen Union. Wir haben auf dieser Welt die besondere Verpflichtung, anderen den Frieden ebenfalls zugänglich zu machen. Dafür wollen wir uns einsetzen“, meinte Juso Daniel Helms.

Das Treffen am Mahnmal wurde nicht nur zu einer Gedenkstunde für die dort verunglückten Alfons Hohnhorst (16), Heinrich Busse (15), Josef Themann (13), Gerhard Hermes(11), Heinz Gertzen (12) und Walter Stolle (11). Gleichzeitig protestierten die SPD-Vertreter gegen den Einsatz von Personen-Minen.

Hermann Bokelmann, 1945 auch 16 Jahre alt, berichtete, dass die deutschen Truppen beim Rückzug unzählige Minen verlegt hätten. Dadurch seien allein in der Samtgemeinde Harpstedt neun Erwachsene und fünf Kinder zu Tode gekommen. Wie viele es im Landkreis waren, sei nicht bekannt.

Juso Matthias Kluck beklagte: „Herstellung, Einsatz und Verbreitung von Anti-Personen-Minen ist zwar seit 1999 verboten, doch Indien und Pakistan produzieren immer noch. Aber vor dem Verbot wurden nach Schätzung der Vereinten Nationen circa 110 Millionen Landminen in über 70 Ländern verlegt – auch auf dem Balkan und jetzt noch in der Ukraine. Überall werden unschuldige Zivilisten zu Opfern. Deshalb wollen wir keine Aufrüstungsspirale in Europa.“

In USA, Russland, China, Israel, Indien und Pakistan sollen noch 160 Millionen Landminen in Depots lagern. Ihre Vernichtung wäre teuer. Die Herstellung einer Mine koste 2,33 Euro – ihre Räumung zwischen 233 und 780 Euro. „Statt Geld für Aufrüstung auszugeben, sollten die Mittel zur Minenräumung eingesetzt werden“, forderte Juso Marco Dittmer aus Dötlingen. Dann könnten auch „verseuchte Äcker“ wieder bewirtschaftet werden.

Streumunition, die nicht als Ganzes explodiert, sondern eine Vielzahl an kleinen Sprengkörpern freisetzt, bildet ebenso eine große Gefahr, weiß Bokelmann. Ein großer Teil davon explodiere nicht, sondern gefährde nach Beendigung der Kämpfe die unbeteiligte Bevölkerung. Im syrischen Bürgerkrieg werde die Munition derzeit eingesetzt – produziert in Russland.

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