WILDESHAUSEN WILDESHAUSEN/MIET - Die Fenster waren wegen der niedrigen Temperaturen fest geschlossen und so hatte die Gerechtigkeit auch keine Chance, Einlass ins Gildegericht zu finden. Unbarmherzig zerrten die Wachsoldaten gestern am Krandel die Justizopfer vor ihre Richter. Ankläger Heinrich Boning zog bei seinen Strafanträgen wieder alle Register seines Könnens und verlangte harte, aber gerechte Strafen. Denn er plädierte nach dem eisernen Grundsatz des Gildegerichts: Unschuldige stehen hier zu Pfingsten nicht vor ihren Richtern.

Einem Schwarzrock hatten die Wachsoldaten vorgeworfen, er habe unzüchtige Bilder der Offiziere der Schützengilde gemacht. Hier konnte es natürlich keine Gnade geben. Staatsanwalt Boning läutete für den Delinquenten das Totenglöcklein und forderte die härteste Strafe, die das Gildegericht verhängen kann. Der Übeltäter sollte nach dem Antrag des Anklägers auf den Burgberg geschleift und dort auf ein Rad gebunden werden. Anschließend sollte er geteert und gefedert in der Hunte ersäuft werden. Der Verurteilte nutzte aber das Angebot von Gilderichter Uwe Gropp, sich mit einer Spende frei zu kaufen.

Einem anderen Gildebruder machte der Ankläger den Vorwurf, als geborener Wildeshauser in Dötlingen zu wohnen. Für das Gericht war der Fall natürlich klar: Der in Zivil vorgeführte Mann ist ein Landesverräter, denn als gebürtiger Wittekindstädter muss jeder Mann erstens in der Gilde sein und zweitens Pfingstdienstag mit ausmarschieren.

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