Wiefelstede „37 Jahre reichen“, sagt Wolfgang Gerve. 37 Jahre war der heute 68-Jährige erst Spielertrainer, dann Trainer und schließlich Team-Manager der 1. Herren des SVE Wiefelstede. Am 1. Juli ist nun Schluss: Der Rasteder, den man auf vielen Fußballplätzen der Region nur „Wolle“ nennt, hört auf. Am Samstag tritt die 1. Herren im Heimspiel gegen den SV Baris Delmenhorst an. Der Abstieg des Noch-Bezirksligisten Wiefelstede in die Kreisliga ist allerdings bereits besiegelt. Im Anschluss will der SVE Gerve mit geladenen Gästen ganz offiziell verabschieden.

Entscheidung schon 2017

„Dass sich jemand so lange so intensiv wie Wolfgang Gerve ehrenamtlich in einen Verein einbringt, das gibt es nicht alle Tage“, weiß auch SVE-Vorsitzender Ralf Geerdes. Einer seiner Vorgänger, Horst Ruth, hatte Gerve 1982 beim FC Rastede abgeworben, wo dieser in der 1. Herren spielte – und als Spielertrainer zum Kreisligisten Wiefelstede geholt. „Eine Entscheidung, die auch in der Mannschaft bezüglich dieser Doppelfunktion zunächst nicht unumstritten war“, erinnert sich Geerdes, damals selbst Spieler in der 1. Herren: „In der Praxis war das dann aber kein Problem mehr.“

„Ich hatte bereits die Lizenz und wollte unbedingt Trainer werden“, nennt Gerve einen der Gründe, warum er den FC verließ. Mit 12 hatte er dort mit dem Fußball begonnen, trat mit 18 in die dortige 1. Herren ein. FC-Mitglied ist er noch heute. Zwei Jahre arbeitete Gerve in Wiefelstede zunächst als Spielertrainer, wurde dann Trainer, der er bis 30. Juni 2007 blieb. „2007/8 kam die Gebietsreform, die Bezirksklasse wurde abgeschafft“, erinnern sich Gerve und Geerdes an eine an der Basis heftig kritisierte Entscheidung des DFB. Die Wiefelsteder – damals auf Platz 9 – fielen zurück in die Kreisliga und hatten in der Saison 2008/9 mit dem Aufstieg direkt in die Bezirksliga eine harte Nuss zu knacken.

Als Team-Manager nur für die 1. Herren engagiert sich Gerve seit 2007 außerhalb des rein Sportlichen ums Drumherum, ums Sponsoring, um Terminverschiebungen für die Spiele, die Organisation der Mannschaftsfahrten – und war bis heute bei fast jedem Spiel des Teams dabei. 1850 Spiele hat er in den 37 Jahren gesehen – gut 50 pro Saison, wenn er etwa die Hallenturniere mitrechnet. Und wenn er seine vielen Fahrten von Rastede nach Wiefelstede zusammenzählt, dann kommen da locker 102 000 Kilometer zusammen. Das ist, als hätte er allein dafür zweieinhalb Mal die Erde umrundet. „Das Sponsoring, mit dem vor allem die Ausrüstung des Teams finanziert wird, entlastet auch die Vereinskasse“, weiß Geerdes. Und die 1. Herren – das Team mit der größten Außenwirkung für den SVE – sei da prima ausgestattet, lobt der Vorsitzende das Engagement Gerves. Ansprechpartner fürs Team in allen Lebenslagen war und ist Gerve natürlich zudem. „Er hat die Mannschaft stets betüdelt“, bringt es Geerdes auf den Punkt.

Während seines Engagements als Trainer und Team-Manager war die 1. Herren zweimal Mannschaft des Jahres bei der NWZ-Sportlerwahl – 1999 und 2009. Achtmal holte sich das Team die Hallenkreismeisterschaft. Gerve selbst erhielt 2017 den Ehrenamtspreis des Niedersächsischen Fußball-Verbandes (NFV) und ist Träger der Goldenen Ehrennadel des SVE. „Die wurde nur viermal verliehen“, betont Geerdes.

Erstmal Urlaub

Und nach dem 1. Juli? „Erstmal Urlaub machen“, sagt Gerve: „Und dann in Rastede zum Landesturnier.“ Bei dieser Reitsport-Großveranstaltung ist Gerve als Hindernisrichter aktiv. Neben seiner Fußballleidenschaft geht er auch noch anderen „Bewegungshobbys“ nach: Er schwimmt und fährt Fahrrad. Dem Fußball und vor allem der 1. Herren des SVE wird er aber treu bleiben. Und so wird „Wolle“ Gerve auch künftig bei Begegnungen des Teams am Spielfeldrand stehen.

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