Wiefelstede Im Frühjahr konnte sich die Schülerschaft der Oberschule noch nicht dazu durchringen, geschlossen auf die Straße zu gehen. Stattdessen sammelten die siebten Jahrgänge Müll im Ort. Am gestrigen Freitag war es dann soweit: Punkt 10 Uhr marschierten die Oberschüler mit Schulleiterin Jutta Klages an der Spitze vom Schulgelände los. Vorneweg und hintendrein die Polizei jeweils mit einem Streifenwagen.

„Wiefelstede pflanzt Zukunft“ lautete das Motto der „Fridays-for-Future-Demonstration“ durch den Ort. Und in diesem Sinne blieben auch die Grundschüler nicht untätig. Sie gingen zwar nicht auf die Straße, sondern hatten ihren eigenen „Friday for Future“, wie Schulleiterin Doris Tapken berichtete. Die Kleinen haben Müll gesammelt, Blumenzwiebeln in die Erde gebracht und Waffeln gebacken und für 50 Cent das Stück verkauft. „Von dem Erlös werden wir einen Baum kaufen und ihn auf dem Schulgelände pflanzen“, so Tapken. Im Unterricht seien Themen wie Müllvermeidung und -trennung sowie die Umweltbelastung durch den Autoverkehr angesprochen worden, sagt die Grundschulleiterin. „Mit diesen Themen können wir die Grundschüler beim Thema Umwelt abholen.“

Bei ihrem Zug durch den Wiefelsteder Ortskern legten die mehr als 500 Oberschüler für knapp eine Viertelstunde die Hauptstraße lahm. Der Autoverkehr staute sich auf der Durchgangsstraße. Über die Straße Kleiberg ging es dann zum Rathaus der Gemeinde, wo die Schüler von Bürgermeister Jörg Pieper und Vikarin Lina Kohring empfangen wurden. „Ich bin total begeistert“, sagte Oberschulleiterin Jutta Klages von den Stufen des Verwaltungsgebäudes herab. Es gehe bei der Demonstration auch „um unser Dorf“, so die Pädagogin. Man müsse beim Klimaschutz vor der eigenen Haustüre anfangen. Das taten die Jugendlichen auch, nämlich indem sie unzählige Tütchen mit Blumensamen an Passanten und in Geschäften des Ortes verteilten.

Vikarin Lina Kohring bemühte in ihrer kurzen Ansprach eine Liedzeile von Sänger Mark Foster: „Aber dich, Baby, dich, nur dich, gibt’s halt einmal für mich.“ Damit spielte sie nicht auf die Beziehung zweier Menschen an, sondern, dass es eben die Erde nur einmal gibt. „Schaut man auf die Erde, dann sehen wir auch Plastik im Meer“, sagte die Geistliche. Sie habe das Gefühl, dass man sich das alles viel zu lange angeguckt habe. „Wir haben nur die eine Erde und um die müssen wir uns um Himmelswillen kümmern“, sagte Kohring.

Anschließend pflanzten zwei Oberschüler vor dem Wiefelsteder Rathaus einen kleinen Apfelbaum.


Ein Video von der Demonstration gibt es unter   www.nwzonline.de/videos 
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Jens Schopp Redakteur / Regionalredaktion
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