Wiefelstede Bis vier Uhr morgens dauerte das Spektakel, dann war auch in der Mensa der Oberschule Wiefelstede wieder Ruhe eingekehrt. Bis dahin feierte der Wiefelsteder Karnevalsverein „Lachende Bütt“ mit seinen Gästen und „Kollegen“ aus Ostrhauderfehn, Sedelsberg, Lastrup und Idafehn den traditionellen Büttenabend – und fuhr dabei die ganze Palette karnevalistischen Programms von Büttenrede bis Comedy auf.

Zu Beginn hatten die Wiefelsteder Prinzenpaare Sandra II. und Hans-Gert I. sowie Marilena I. und Marlon I. mit dem Spielmannszug Wiefel­stede den Einmarsch der Narren in die Mensa angeführt. Bürgermeister Jörg Pieper präsentierte einen langen Narrenreim – und übte damit wohl schon seine Büttenrede fürs kommende Jahr ein.

„Vor die Skier gelaufen“

In der Bütt wusste „Bauer Harms“ alias Jens-Gert Müller-Saathoff, Fraktionssprecher der Wiefelsteder Grünen, auch Vertrauliches aus dem Haushalt des früheren Bürgermeisters Helmut Völkers, Vorgänger Jörg Piepers, zu berichten. Dessen Ehefrau Edith habe ihm berichtet, auch bei ihr zu Hause verliefe der Alltag immer noch ähnlich wie im Rathaus. Nach wie vor müsse nun sie Protokolle über diverse Sitzungen vor häuslichen Tätigkeiten führen – etwa wenn vor größeren Anschaffungen eine „Haushaltssitzung“ anberaumt sei. Die kleinere mit der großen Politik verband Bauer Harms am Beispiel des Wiefelsteder CDU-Landtagsabgeordneten Jens Nacke, der später ebenfalls noch in die Bütt steigen sollte. Der sei nämlich wegen der für die CDU etwas missglückten Landtagswahl zum Trost von Kanzlerin Angela Merkel mit in den Urlaub genommen worden. „Dass er ihr vor die Skier laufen sollte, das war im Vorfeld jedoch nicht geplant“, betonte Bauer Harms.

Der Saal grölt

Im Verlauf des Programms begeisterte Ron Schriewer das Publikum mit seinen Erfahrungen auf den Autobahntoiletten und sang „allein für Sonja“ – Sonja von Seggern, die Organisatorin des Abends – „Babylove“. Mit „Eins kann mir keiner nehmen und das ist die pure Lust am Leben…“ rissen „De Spaßmakers“ aus Ostfriesland die Narren von den Plätzen. Als Foline Wiesnöös, Gretus Schmärlapp und Theo Tiepelfoot bekannte Stimmungslieder in plattdeutscher Sprache „krakeelten“, da grölte der Saal.

Jens Nacke – als „der letzte echte Schwarze“ völlig in schwarz gehüllt mit großer Sonnenbrille und langem Bart – philosophierte über die Wahlen im Ammerland. „Die Ammerländer kriegen das Wählen nicht so richtig hin“, meinte der CDU-Landtagsabgeordnete. „Der rote Dennis wurde gewählt, aber nicht im Ammerland, die schwarze Barbara ist gar nicht gewählt und doch im Bundestag“, schilderte er die politische Landschaft. In Zukunft gäbe es nur einen Wahlzettel mit allen Farben drauf. Auch grau, damit die UWG gewählt werden könne. Auch müsse man die Besucherzahlen im Neuenburger Freibad (50) und im Wiefelsteder Freibad (500) mal überprüfen. Es sei wahrscheinlich umgekehrt, weil die Zahlen vom ADAC kämen. Als dann Billy aus Idafehn mit „Marmor, Stein und Eisen bricht….“ zur Polonäse aufforderte, entflammte ein Karnevalsfeuer, das die Mensa zum Kochen brachte.

Aber ohne die Auftritte der Jugendgarde, die auf dem Niveau eines Fernsehballetts ihre Darbietungen präsentierte, wäre der Abend nicht rund gewesen. Und „Malina und Louisa“, das Kinder-Tanzduo des Vereins in rot-weißen Kostümen, boten zwischendurch kurz Zeit zum Durchatmen. Der Showtanz „Jambo-Mambo“ der „Minis“ und „We are the world“ aller Kinder und Jugendlichen ließ die Mütter- und Väterherzen höher schlagen. Das Finale aller Akteure und Tänzer und der Ehrentanz des Prinzenpaares waren krönender Abschluss gegen Mitternacht, bis dann die Party losging.

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