Conneforde Gibt’s das? Ein Leuchtturm – gut zehn Meter hoch – im Ammerland, weit weg von der Küste? Gibt’s – im Ferienpark am Bernsteinsee in Conneforde. Fährt man auf der Dorfstraße in Conneforde am Ferienpark vorbei, so ist das markante Bauwerk gar nicht zu sehen. Erst im Park selbst entfaltet es mitten im Bernsteinsee seine ganze Pracht – und ist längst zum Wahrzeichen des Ferienparks geworden.

Aus Laune heraus gebaut

Seit Anfang der 70er Jahre steht er dort, berichtet Park-Inhaberin Anneliese Brumund. Damals hatte ihr 2010 verstorbener Mann Herfried den Park von seinem Vater übernommen. „Herfried war leidenschaftlicher Bootfahrer, hatte seine Motoryacht im Vareler Hafen liegen“, erzählt sie, dass der Plan, einen eigenen Leuchtturm im Park aufzustellen, wohl aus dieser Neigung und einer Laune heraus entstanden war.

Der Turm, der natürlich in einem Badesee nicht wirklich als Schifffahrtszeichen dient, wurde auf Stahlstelzen gesetzt – an einer Stelle, an der auch heute noch die Badegäste im Wasser stehen können. An anderen Stellen ist der Badesee bis zu 15 Meter tief, weiß auch Ferienpark-Betriebsleiter Lars Hanekamp. „Der Leuchtturm war damals noch nicht so hoch, auch der Kopf war ein anderer“, berichtet Hanekamp. Er hatte schon Licht, auch die Lautsprecheranlage, die die Durchsagen im Park verbreitet, gab es bereits.

Dann kam der Sturm

Bis im Jahr 1994 ein Sturm aufkam. „Das Unwetter hat den Kopf des Leuchtturms glatt weggerissen und im See versenkt“, weiß der Betriebsleiter zu berichten. Der Turm aber blieb stehen. Taucher, die regelmäßig im Bernsteinsee trainieren, hatten den Kopf wenig später am Seegrund entdeckt und wieder heraufgeholt. „Was mit ihm geschehen ist, weiß ich aber nicht mehr“, sagt Anneliese Brumund.

Auf den Turm wurde er jedenfalls nicht wieder gesetzt, denn Herfried Brumund nutzte das Unglück, um den Turm noch höher als bislang zu bauen und zudem einen neuen Kopf aufzusetzen. Auch das Fundemant wurde noch einmal verstärkt. Der Turm ist nun im Gegensatz zum Vorgänger mit einem Rundumfenster ausgestattet – wie ein richtiger Leuchtturm eben. Drei sich drehende Strahler werfen seitdem allabendlich in der Saison ihre Lichtstrahlen in drei Richtungen gleichzeitig über den See, aktiviert durch einen Dämmerungsschalter.

An die erste, kleinere Version des Turms erinnert nur noch eine alte Postkarte. Damals hieß der heutige Ferienpark am Bernsteinsee noch „Campingplatz Connefornia“. Die Karte zeigt unter anderem die erste Version des Conneforder Leuchtturms. „Fotos auch vom Bau dieser ersten Version haben wir leider nicht mehr“, erzählen die Inhaberin des Parks und der Betriebsleiter.

Grundsätzlich dürfte das Wahrzeichen jedoch zu den meistfotografierten im Ammerland zählen, schließlich verzeichnet der Ferienpark alljährlich mehr als 100.000 Übernachtungen. In der vergangenen, sonnenreichen Saison hat der Park diese Marke ebenfalls wieder locker geknackt, berichtet der Betriebsleiter.

Innen begehbar

Auch der neue Leuchtturm ist übrigens innen begehbar –„sonst hätten wir den Kopf gar nicht draufgekriegt“, erinnert sich Anneliese Brumund. Zudem ist ein Zugang nötig, um Wartungsarbeiten auch am Licht durchführen zu können. „Innendrin gibt’s denn auch eine Leiter“, sagt Lars Hanekamp.

Im Vergleich zu 1994 war der aktuelle Sturm „Benjamin“ übrigens gnädig zum Ferienpark: „Wir haben keine Schäden abbekommen“, freut sich Hanekamp.

Sanierung steht an

Nun, nach 25 Jahren, soll das Wahrzeichen des Ferienparks, mit dem längst auch bundesweit mittels eines Logos auf Messen geworben wird, von Grund auf saniert werden, kündigt Hanekamp Arbeiten für das Frühjahr an. Innen müssen Holzbalken erneuert werden, zudem soll der Turm auf modernes LED-Licht umgerüstet werden. „Außerdem dreht sich das Licht derzeit nicht“, sagt Hanekamp. Er hofft, dass die Arbeiten bis zum Saisonbeginn am 1. April abgeschlossen werden können. „Vor allem der neue Anstrich, der wieder in Weiß und Rot-Orange erfolgen soll, kann jedoch nur bei entsprechendem Wetter aufgebracht werden“, macht er deutlich, dass es da noch einige Unwägbarkeiten bezüglich des derzeit gesetzten Zeitplans geben könnte.

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