HEIDKAMP /WIEFELSTEDE „Die Verwaltung kann nicht sagen, dass das für sie in Ordnung ist“, zeigt Wiefelstedes Bürgermeister Helmut Völkers seinen Unmut. Grund: Ein Fehler der Verwaltung im vergangenen Jahrhundert hat der Verwaltung von heute Verdruss beschert.

Zweimal war damals der Name „Königsberger Straße“ im Gemeindegebiet vergeben worden – zuerst in Heidkamp, wie die Heidkamper betonen, erst danach auch in Wiefelstede. Beide existieren bis heute – und zumindest die Heidkamper denken gar nicht daran, ihren Straßennamen ändern zu lassen, postalische oder andere Probleme hin oder her. Das machten sie bei der ersten und überaus gut besuchten Einwohnerversammlung des Jahres, zu der der Bürgermeister in Köhnckes Hotel in Metjendorf eingeladen hatte, auch schnell deutlich.

Sehr kurzfristig nämlich hatte die Verwaltung die Anwohner der Königsberger Straße – nur in Heidkamp, nicht in Wiefelstede – angeschrieben und den Brief eines Anwohners der Königsberger Straße – in Wiefelstede – unter Entfernung aller Hinweise auf seine Identität angefügt. Dieser Anwohner hatte, nichts Böses ahnend, bei der Gemeinde einen Antrag auf Umbenennung der Königsberger Straße – Zitat: „in Wiefelstede oder Heidkamp“ – gestellt, weil es wohl bei ihm unter anderem oft Probleme mit der Postzustellung gibt. Vielleicht hätte die Verwaltung zur weiteren Versachlichung der Problematik auch jene Passage unkenntlich machen sollen, in der der Antragsteller den Heidkampern mehr oder weniger direkt vorwirft, falsch zugestellte Post in den Müll zu werfen. Seine Argumente befand die Verwaltung dennoch für absolut schlüssig und setzte das Thema sogleich auf die Tagesordnung des Straßen- und Verkehrsausschusses, der an diesem Dienstag, 5. Februar, ab 17 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses

tagt. Und schickte eben jenes Schreiben an die Anwohner der Königsberger Straße – in Heidkamp – , das stante pede für helle Aufregung sorgte. Die Anlieger sollten nämlich ankreuzen, welcher Änderung des Namens sie zustimmen könnten: a) „Königsberger Ring“, b) Königsberger Bogen“, c) „Königsberger Weg“ oder d) ...... Und da fühlten sich die Anwohner der Königsberger Straße – in Heidkamp – denn wohl auch zeitlich unter Druck gesetzt, was, so wiederum der Bürgermeister, so überhaupt nicht gemeint war.

Schon in den 60er Jahren hätten sich der damalige Bürgermeister Heini Klarmann und der Heidkamper Ratsherr Emil Suhrkamp Nase an Nase gegenübergestanden in dieser Frage, war bei der Einwohnerversammlung zu hören. Klarmann wollte, dass die Königsberger Straße – in Heidkamp – anders heißen solle, Suhrkamp konterte mit einem unverrückbaren „niemals“.

Auch Bürgermeister Helmut Völkers spürte die Entschlossenheit der Heidkamper, nahm eine Unterschriftenliste gegen eine Umbenennung mit und räumte bei der Einwohnerversammlung ein, dass es wohl „ein Fehler gewesen war, überhaupt zu fragen“. Nun sind die Mitglieder des Straßen- und Verkehrsausschusses gefordert. Sie tagen öffentlich. Eine Starthilfe gibt ihnen die Anwohnerschaft der Königsberger Straße – in Heidkamp – mit. Da die Königsberger Straße in Wiefelstede im Gegensatz zu der in Heidkamp eine gerade Straße und kein „Bogen“ oder „Ring“ ist, empfahlen die Heidkamper spontan „Königsberger Allee“ – für Wiefelstede, versteht sich.

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