Runder Tisch soll es richten

Dass die Grünen den Putenstall ablehnen, ist bekannt. Die SPD-Fraktion setzt dagegen auf einen „runden Tisch“, sagte Fraktionschef Diether Liedtke am Mittwoch. Letztlich müsse es darum gehen, einen anderen Standort zu finden: „Der darf nicht so nah am Wohngebiet sein und darf auch die Belange der Storchenstation nicht beeinträchtigen.“ Liedtke betonte, dass Heiko Ripken eine wirtschaftliche Perspektive benötige.

Wie bekannt wurde, wird es in Kürze ein Gespräch mit Vertretern von SPD, CDU, Verwaltung sowie Ripken und Ripkens Nachbar Hans-Georg Bothe geben. Die Grünen, sie bilden im Rat mit der CDU eine Gruppe, sind nicht geladen. Karin Dialer-Strackerjan: „Das wollte die CDU nicht.“ Führende CDU-Vertreter waren am Mittwoch nicht erreichbar.

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Berne/hfo Wer bislang nach Tipps für die Verhinderung von Putenställen suchte, der konnte am Dienstag in der Kulturmühle fündig werden. Im Prinzip nämlich kommt es nur darauf an, Druck aufzubauen (Thomas Schröder) und Widerstand zu leisten (Wolfgang Strackerjan). Im Prinzip. Denn in der Praxis müssen sich die Gegner von Putenställen intensiv mit den rechtlichen Vorgaben für das Bauen im Außenbereich sowie der Frage, welche Behörde eigentlich für was zuständig ist, beschäftigen.

Rund 60 Zuhörer waren der Einladung von Bündnis 90/Die Grünen gefolgt. Bevor Jürgen Janssen und Karin Dialer-Strackerjan (beide Grüne) die Diskussion eröffneten, informierte Thomas Schröder (Deutscher Tierschutzbund) über die Bedingungen, unter denen in Deutschland Puten gemästet werden. Dass der Tierschützer dabei mit harscher Kritik an den „vorindustriellen Produktionsmethoden“ der Mäster nicht hinterm Berg hielt, versteht sich von selbst. „Es gibt erhebliche Tierschutzprobleme. Die Tiere werden in Dunkelhaft gehalten, damit sie wenig Abwechslung haben und schnell wachsen.“ Verhaltensstörungen – bis hin zum Kannibalismus – seien die Folge.

Deutlich machte Schröder, dass die Berner den von Landwirt Heiko Ripken in der Nähe des Wohngebietes Glüsinger Hellmer geplanten Stall für 5000 Puten verhindern könnten: „Die Politik muss den Hebel des Bau- und Ordnungsrechts bedienen. Berne muss sich entscheiden.“

Der Bauantrag für den Stall liegt derzeit genehmigungsreif beim Landkreis. Laut Karin Dialer-Strackerjan hat Ripken noch bis zum 30. Juni Zeit, um ein erforderliches Geruchsgutachten abzugeben. Mit Blick auf den geringen Abstand des Stalles zur Wohnbebauung schätzt die Grüne die Chance auf eine Ablehnung des Antrages als hoch ein. Kritik übte sie am Gemeinderat, der lange schon über das Stallprojekt im Bilde gewesen sei: „Aber alle haben geschwiegen.“

Dennoch empfahl Schröder den Gegnern des Stalles, politischen Einfluss auszuüben. Schröder: „Gehen sie an die Ratsmitglieder ran.“ Falls diese Beeinflussung erfolglos bliebe, könne immer noch über eine Klage nachgedacht werden. Dieser Weg stehe im übrigen auch dem Investor offen. Nicht ausschließen mochte Janssen, dass der Kreistag das Verfahren an sich ziehen könnte. Doch auch hier sei der Ausgang offen.

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