Nordenham Ein mulmiges Gefühl hat Lars Krenzin schon. Schließlich ist es für einen 22-Jährigen keine Selbstverständlichkeit, einen Betrieb zu übernehmen. An diesem Sonnabend ist es offiziell. Dann ist er Inhaber und Geschäftsführer der Pizzeria Overland an der Karlstraße. Ein mutiger Schritt. Aber die Vorfreude und die Neugier überwiegen. „Ich habe viele Ideen. Ich bin hochmotiviert. Und ich möchte mir ein zweites Standbein aufbauen“, sagt der Nordenhamer.

Lars Krenzin hat im vergangenen Jahr sein Abitur am Nordenhamer Gymnasium gemacht. Zurzeit studiert er in Bremerhaven Erneuerbare Energien. Vormittags lernen, abends Pizzeria – so sieht der Alltag von Lars Krenzin schon seit längerer Zeit aus. Als Schüler war er auf der Suche nach einem Nebenjob. Er wusste von Freunden, die sich bei Overland etwas dazuverdienen. So kam er auf die Idee, ebenfalls in der Pizzeria anzuheuern. Mit Erfolg. Seit vier Jahren arbeitet er dort. Vier bis fünf Tage in der Woche ist er in der Backstube oder als Auslieferungsfahrer beschäftigt. Und im Laufe der Zeit hat er immer mehr Aufgaben übernommen. Inzwischen vertritt er den Geschäftsführer Manfred Roßhoop. Lars Krenzin ist Chef, wenn der eigentliche Chef nicht da ist.

Dass er selbst einmal das Geschäft übernehmen würden, hätte er sich vor vier Jahren nicht träumen lassen. Manfred Roßhoop, der den Familienbetrieb seit 21 Jahren führt, ist schon seit längerer Zeit auf der Suche nach einem Nachfolger. Seiner Frau gehört die Pizzeria. „Aber wir sind jetzt beide 68 Jahre alt. Wir wollen kürzer treten.“

Manfred Roßhoop hat die Pizzeria mehr oder weniger nebenbei betrieben. Im Hauptberuf war er bei den Stadtwerken Bremerhaven beschäftigt. Aber der Job ließ ihm genug Zeit und Energie, am Abend in der Pizzeria zu arbeiten. Lars Krenzin ist davon überzeugt, dass auch er diesen Spagat hinbekommt.

Lernen im Büro

„Die Vorlesungen sind mittags beendet. Der Laden macht um 17 Uhr auf. Das geht“, ist Lars Krenzin zuversichtlich. Er trägt die Verantwortung für eine Auszubildende, eine Küchenkraft und sechs Auslieferungsfahrer, die kreuz und quer in der nördlichen Wesermarsch unterwegs sind. Und für einen Kundenstamm, den er nicht enttäuschen möchte. Sein Ingenieurstudium möchte er dabei nicht vernachlässigen. Im Grundlagenstudium steht sehr viel Mathe, Chemie und Physik auf dem Stundenplan. „Ich werde auch im Büro für Klausuren üben müssen“, erzählt der Nordenhamer.

Ein Leben zwischen Pizzaofen und PC: Die Aussicht auf einen Arbeitsalltag, der wenig Zeit für andere Beschäftigungen lässt, dürfte manch einen Gleichaltrigen abschrecken. Lars Krenzin hat kein Problem damit. „Ich bin nicht der Typ, der jeden Abend um die Häuser zieht. Ich muss auch keine Angst haben, von meiner Freundin eins auf den Deckel zu bekommen.“ Die Freundin studiert in Berlin.

Zeit für seine Freunde und fürs Fitnessstudio will sich der Nordenhamer aber trotzdem nehmen. Und natürlich auch für seine Freundin. Seine Reisen nach Berlin nutzt Lars Krenzin auch, um sich Anregungen von den Pizzabäckern in der Hauptstadt zu holen.

Lars Krenzin hat sich vorgenommen, die Räume der Pizzeria, deren Schwerpunkt der Lieferservice ist, einladender und freundlicher zu gestalten. Mit der Erstellung von Flyern hat er bereits begonnen. Außerdem verspricht er sich einiges vom neuen Facebook-Auftritt.

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Grünkohl-Pizza

Das Angebot soll erstmal so bleiben, wie es ist. Mit einer Ausnahme: Lars Krenzin will wieder die Grünkohl-Pizza einführen. Vor einigen Jahren hatte Manfred Roßhoop schon einmal versucht, diese Eigenkreation zu etablieren. Der Erfolg hielt sich in Grenzen. Lars Krenzin ist aber von dem Produkt überzeugt. So wie Manfred Roßhoop, der mit der Grünkohl-Pizza einst die „verrückte Idee“ eines Freundes aufgegriffen hatte. Italienische Teigware mit Oldenburger Palme – dazu Mettenden und Röstzwiebeln „Das schmeckt wirklich gut“, schwören die beiden.

Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
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