Nordenham Viele Pferdestärken unter der Haube und die einsame Weite der Autobahnen bei Nacht. Wer an Berufskraftfahrer denkt, hat es oft mit Klischees zu tun. Kevin Günthermann ist kein großer Redner – die optimale Voraussetzung also für diesen Beruf? Hinter dem Wunsch des 19-Jährigen, eine Ausbildung zum Berufskraftfahrer zu absolvieren, steckt mehr. „Schon mein Großvater war Kraftfahrer. Ebenso wie mein Vater und dessen Bruder. Bei uns liegt das sozusagen in der Familie.“

In diese Fußstapfen möchte der gebürtige Berliner jetzt treten. Vor einem halben Jahr zog er aus der Hauptstadt nach Nordenham. Seit dem 1. August ist er Azubi bei Albers Logistik.

„Wir suchen händeringend Auszubildende“, sagt Malte Baars, Assistent der Geschäftsführung, „deshalb setzen wir auch erst einmal nur einen Hauptschulabschluss bei unseren Bewerbern voraus.“ Neben schulischen Leistungen legt das Unternehmen Wert auf Motivation und Eignung seiner Auszubildenden. „Wir hatten vor Kurzem noch zwei Azubis. Der eine musste uns jedoch schon während der dreimonatigen Probezeit verlassen, der andere im zweiten Lehrjahr. Viele sind der Belastung einfach nicht gewachsen“, berichtet Malte Baars.

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Noch besteht Kevin Günthermanns Arbeitstag aus acht Stunden. „Das wird sich aber später ändern, wenn er im Lkw mitfährt“, sagt Malte Baars. „Die Auszubildenden durchlaufen bei uns eine dreimonatige Probezeit, in der sie abwechselnd im Lager und in der Werkstatt arbeiten.“

Kevin Günthermann macht die Arbeit in seiner ersten Ausbildungsstation Spaß: „Ich lerne hier, wie man Ladungen sichert. Die Kollegen sind nett und helfen mir, wenn es Probleme gibt. Ich fühle mich gut aufgehoben.“

In der Werkstatt stehen dann Technik und Wartung der Fahrzeuge auf dem Programm. „Unsere Fahrer müssen zum Beispiel ein defektes Licht am Lkw selbst austauschen können“, so Malte Baars.

Nach Lager und Werkstatt folgt ein Intensivkurs, bei dem die Auszubildenden täglich Fahrstunden im Lkw nehmen. Dieser dauert drei Wochen. Anschließend geht es in die Fahrerkabine, allerdings erst einmal auf den Beifahrersitz.

„Unsere Auszubildenden begleiten unsere Kraftfahrer auf ihren Touren im Nahverkehr, später dann auch bis ins Rheinland“, sagt Malte Baars. „Auf den Touren in Nordenham lernen sie grundlegende Dinge wie den Umgang mit Kunden oder wo man den Lkw am besten parkt.“

Die Kunden von Albers Logistik sind vor allem ortsansässige Industrieunternehmen am Standort Nordenham. „Wir haben auch noch zwei weitere Standorte in Varel und Brake“, sagt Malte Baars.

Wenn Kevin Günthermann seine Sache gut macht und in drei Jahren die Abschlussprüfung besteht, würde er sofort übernommen werden. „Deshalb bilden wir ja aus“, betont Malte Baars. Der Markt an qualifizierten Berufskraftfahrern ist dünn, und es herrscht eine hohe Fluktuation in dem Beruf. „Wir brauchen gute Lehrlinge“, sagt der Geschäftsführungsassistent.

Julia Zube Volontärin / NWZ-Redaktion
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