HARTWARDERWURP Urgemütlich, aber sehr spartanisch war die Übernachtung im Nachbau des Bronzezeithauses für die Teilnehmer des Wildniscamps am Wochenende. 21 Kinder und ihre Eltern und Betreuer machten es sich so gut es ging bequem in dem rustikalen reitgedeckten Haus und schliefen auf Reitresten und in Schlafsäcken. Ganz pfiffige Teilnehmer hatten sich noch Schaf- und Kuhfelle zur Wärmeisolierung mitgebracht. Erstmals wurde im Bronzezeithaus übernachtet – bisher fanden nur Tagesaktionen statt.

Als Mitglied des Fördervereines Bronzezeithaus wachte Gästeführer Wilfried Sagkop über die Aktivitäten im und rund um den Nachbau eines 3000 Jahre alten Wohnhauses und sorgte dafür, dass der Lehmbackofen mit Glut befüllt war. Organisiert hatten das Wildniscamp der Diplomsozialpädagoge und Jugendpfleger der Samtgemeinde Hagen, Arno Günther, und sein Kollege aus der Gemeinde Loxstedt, Matthias Hillmann. Es war eine Gemeinschaftsaktion der Gemeinden Loxstedt, Schiffdorf und Hagen.

„Wir sind hier vom Verein sehr gut aufgenommen worden und er kam uns bei der Vorbereitung des Wildniscamps freundlich entgegen“, sagte Arno Günther, der bereits das vierte Camp dieser Art organisiert hat. Außerdem sei der Nachbau gut für eine solche Herbstaktion geeignet, da das Haus zumindestens einen Regenschutz bietet, erklärte Arno Günther. Die vorherigen Wildniscamps fanden im Wald in Düngel, auf einer Streuobstwiese in Geestenseth und in einer Tonkuhle in Lahmstedt statt und dort mussten die Teilnehmer Biwakzelte errichten.

Das eingezäunte weitläufige Gelände hinter der Hahnenknooper Mühle bot den Teilnehmern viel Abwechslung und unterschiedlichste Aktionsräume. Gleich zu Beginn mussten sie ihre Sitzgelegenheiten und den großen Esstisch aus Weidenholz selber fertigen. Auch die Lagerstatt musste so gut es ging hergerichtet werden. Im Nachbau wurde während des ganzen dreitägigen Camps kein elektrisches Licht angeschaltet, so dass Kerzen und Taschenlampen die einzigen Lichtquellen waren. Die Kerzen wurden aus frischem Rindertalg selber hergestellt.

Im Außenbereich wurde eine Feuerstelle ausgehoben, um darauf das Essen zubereiten zu können. Ständig kochte dort auch Wasser, so dass sich die Teilnehmer jederzeit mit Heißgetränken versorgen konnten. Während im Backofen das Brot langsam backte, garte in gusseisernen Töpfen Apfelpfannkuchen, eine Dinkelgemüsesuppe oder eine Hammelkeule.

Zum Zeitvertreib stellten die Kids Musikinstrumente aus Rinderknochen her oder fertigten Pfeil und Bogen aus Weidenruten. Es wurde versucht Bronze zu gießen, aber wie schon in der Bronzezeit war das auch bei den Wildniscampteilnehmern kein leichtes Unterfangen.

Um die kühle und feuchte Witterung besser zu ertragen, wurde mit Planen ein altertümliches Schwitz-Zelt aufgebaut. Heiße Steine von der Feuerstelle dienten als Wärmequelle und Aufgüsse sorgten für den Saunaeffekt. Nach einem 20-minütigen Schwitzbad kamen die Saunagänger mit roten Köpfen aus dem Zelt und ganz Mutige ließen sich mit eiskalten Wasser abspritzen.

Am letzten Abend wurde unter Aufsicht von Wilfried Sagkop eine Feuerstelle im Haus errichtet und zum Vergnügen zu später Stunde ein Schamanentanz abgehalten.

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