BRAKE Den Weg in die alte Heimat Wesermarsch haben die beiden Wahl-Hamburger Anika Pannemann (30) und Stephan Schewe (32) schon unzählige Male mit dem Auto hinter sich gebracht, um Familie und Freunde zu besuchen. Das ist auf Dauer nicht nur langweilig, sondern auch sehr strapaziös. Deshalb suchten die beiden, die seit ihrer Schulzeit am Gymnasium Brake ein Paar sind, nach Abwechslung.

„Ursprünglich hatten wir vor, mit dem Fahrrad zu fahren“, erklärt Anika, „aber dann hätte ich mir erst einmal ein vernünftiges Rad zulegen müssen.“ Stattdessen investierten die Lehrerin und der Ingenieur in Wanderschuhe, packten ihre Rucksäcke und marschierten vom 12. bis 16. Oktober rund 132 Kilometer von der Hansestadt in die Wesermarsch.

Hilfsbereite Wirte

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Auf ihrer ersten Etappe überquerten sie die Elbe und wanderten durch das Alte Land nach Buxtehude. „Es war traumhaft: Obstfelder so weit das Auge reicht und den ganzen Tag Sonnenschein“, schwärmt Stephan. Am folgenden Tag ging es 34 Kilometer über Feld- und Landwege nach Farven, einem kleinen Dorf nordwestlich von Buxtehude. „Dort hatten wir in einem Gasthof ein Zimmer reserviert. Die Wirte mussten uns leider kurzfristig absagen. Sie waren aber sehr hilfsbereit, besorgten uns eine Unterkunft in Selsingen und fuhren uns sogar mit dem Auto dorthin. Die Entfernung hätten wir auch nicht mehr geschafft“, erzählt Anika.

Durch Wiesen und Wälder

Am nächsten Morgen fuhren die beiden mit dem Taxi nach Farven zurück und brachen wie geplant von dort zur dritten Etappe auf. Alles andere hätte ihren Stolz verletzt. Es ging rund 28 Kilometer durch die Ausläufer des Teufelsmoores nach Gnarrenburg. Am Donnerstag wanderten sie weiter durch Wälder und über Wiesen nach Bramstedt. Die freundliche Wirtin erzählte den Wanderern, dass sie im Sommer oft Radfahrer beherberge. Aber Fußgänger, die zudem noch ganz aus Hamburg kämen, hätte sie noch nie bei sich gehabt.

Am Morgen des letzten Tages hatte das Wetter von Altweibersommer auf „Schietwetter-Herbst“ umgeschlagen. „Mich persönlich freute es sogar, denn ich konnte meine neue Regenhose einem Test unterziehen, den sie glücklicherweise auch überstand“, erzählt Anika.

Von Bramstedt lief das Paar nach Sandstedt. Stephan grinst: „Das letzte Stück am Weserdeich entlang brachte uns noch einmal ins Schwitzen, denn die Sturmböen kamen direkt von vorn.“ Der Sturm konnte der guten Laune aber gar nichts anhaben. Mit der Fähre überquerten sie die Weser und legten einen Endspurt nach Boitwarden ein. Dort waren sie bei Stephans Eltern, Margrit und Adolf Schewe, zum Kaffee angemeldet.

Sturmböen am Weserdeich

„Die beiden haben uns ziemlich verdutzt angeguckt, denn sie wussten nicht, dass wir zu Fuß kommen. Meine Mutter ist sogar auf die Straße gegangen, um nachzusehen, ob wir das Auto irgendwo versteckt geparkt hatten“, erzählt Stephan.

Beide sind sich einig: „Es war ein außergewöhnlicher und sehr schöner Urlaub. Dass Wandern etwas für ältere Menschen ist und nur im Gebirge stattfindet, ist und bleibt ein Klischee.“

Lore Timme-Hänsel Redakteurin / Kulturredaktion
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