BERNE Auch wenn es unter Ärzten andere Meinungen gibt: Für den Oldenburger Allgemeinmediziner Rainer Köster (47) ist die Arbeit als Arzt in einem ländlich strukturierten Gebiet attraktiv. Im Mai steigt er in die Praxis an der Weserstraße von Dr. Lothar Wehn (66) ein und wird sie später einmal übernehmen.

„In den ländlichen Gebieten legen die Patienten noch Wert auf die Meinung ihres Hausarztes, das bringt mir auch eine größere Arbeitszufriedenheit“, sagt Rainer Köster, der bislang als praktischer Arzt in Oldenburg sowie in mehreren Kliniken in Oldenburg und im Ammerland gearbeitet hat.

Seelsorgerische Arbeit

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Dr. Lothar Wehn, der die Praxis im Jahr 1977 übernommen hatte, bestätigt die Ansicht des jüngeren Kollegen. Auch er schätzt den persönlichen Kontakt zu den Patienten, der in Großstädten keineswegs selbstverständlich ist. Als Experte für Rettungsmedizin ist das manchmal aber auch ein Nachteil. Dr. Wehn erinnert sich an einen Unfall, bei dem ein ihm bekannter junger Mann zu Tode gekommen war. Es ist für ihn selbstverständlich, dass er den Angehörigen, die ihm ebenfalls persönlich bekannt waren, die schlimme Nachricht überbrachte. Auch seelsorgerische Arbeit werde von einem Landarzt erwartet, bestätigt Dr. Wehn.

Voller Einsatz im Schnee

Vollen Einsatz musste der Doktor während der Schneekatastrophe Ende der 70er Jahre bringen. Auf dem Weg zu einer Patientin in Bardenfleth blieb Dr. Wehns Auto nachts in einer Schneewehe stecken. Er rief per Funk seine Frau an, die den Bauhof alarmierte. Die Gemeindemitarbeiter räumten den Weg frei. Leider blieb der Arzt auf dem Rückweg wieder stecken.

Unvergessen sind dem erfahrenen Arzt die schönen Ereignisse, zum Beispiel wenn er bei Geburten helfen konnte. So gab es in einer Familie mehrere Bewerber, die gern die Nabelschnur durchtrennen wollten. Ein anderes Baby kam überraschend zur Welt, als die Schwangere in der Badewanne entspannen wollte.

Auch Rainer Köster wird solche und ähnliche Geschichten in Berne und Umgebung erleben. „Ich wünsche mir, dass die Patienten ihm dasselbe Vertrauen entgegenbringen wie mir“, sagt Dr. Wehn, der aus gesundheitlichen Gründen kürzer treten will. Noch mindestens ein Jahr werden beide Ärzte gemeinsam in der Praxis arbeiten.

Jan Lehmann / freigestellter Betriebsratsvorsitzender / Politikredaktion
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