im archiv des rüstringer heimatbundes ist jeder suchende herzlich willkommen

Das Rüstringer Archiv steht allen Interessierten offen. „Wir helfen jedem, der kommt – vom Schüler, der seine Hausaufgaben machen muss, bis zum Behördenvertreter“, sagt der Leiter Wolfgang Engelhardt. Unterstützt wird er von den festen Mitarbeitern Heddo Peters, Alfred Liebert, Rudolf Lüerßen und Dieter Winkler sowie von mehreren gelegentlichen Mitarbeitern.

Findbücher gibt es mittlerweile über die Schriftsteller Walter Looschen und Thora Thyselius, den Musikpädagogen Arpad von Laban, den Olympiateilnehmer Georg Lammers, die Heimatforscher Eduard Krüger und Erich Lampe, die Journalisten Dr. Klaus Wiborg – sowohl NWZ als auch Frankfurter Allgemeine Zeitung –, Elimar Diers und Anneliese Brademann sowie über die Landvermesser Dr. Harms, Schmeyer und Hermann Schwarting und schließlich über das Hofarchiv Francksen, Ruhwarden.

In rund 20 Jahren hat Engelhardt die Sammlung in ein Archiv verwandelt. Dafür wird er geehrt.

von henning bielefeld NORDENHAM - Wolfgang Engelhardt setzt ein nachdenkliches Gesicht auf. „Wir hatten gehofft, dass es ordentlich wird“, erinnert sich der Archivar des Rüstringer Heimatbundes an die Anfänge des Archivs. Dann lacht er: „Jetzt ist es sehr ordentlich geworden.“

Dass es sich bei dieser Aussage um eine faustdicke Untertreibung handelt, glaubt auch der niedersächsische Wissenschaftsminister Lutz Stratmann (CDU). Deshalb überreicht er dem 84-Jährigen am Freitag, 9. Juni, in Anerkennung seiner Verdienste um das Rüstringer Archiv das Verdienstkreuz am Bande des Niedersächsischen Verdienstordens.

Das Archivieren war dem Rüstringer Heimatbund schon bei der Gründung 1892 von seinem Paten Hermann Allmers in die Wiege gelegt worden. In der Tat hoben die Aktiven allerlei Interessantes auf. „Aber eine Sammlung ist kein Archiv“, betont Wolfgang Engelhardt. Den allergrößten Teil seines Lebens hatte er sich das allerdings selbst auch nicht klar gemacht.

Geboren im November 1921 in Hannover, interessierte sich Wolfgang Engelhardt schon in der Schule für Geschichte. „Aber als Beruf kam das für mich nicht in Frage“, sagt er noch heute bestimmt. Maschinenbauer wollte er werden, und davon ließ er sich nicht einmal durch den furchtbaren Krieg und die daniederliegende Wirtschaft der Nachkriegszeit abhalten. Engelhardt wusste, was er wollte und wie er es bekommen konnte. Trotz knappster Geldmittel schloss er sein Ingenieursstudium ab und trotz massiver Konkurrenz von Ingenieuren aus der untergegangenen Rüstungsindustrie fand er Arbeit.

1952 kam er nach Nordenham – als Betriebsassistent in der Styroflexfabrik von NSW. Bald übernahm er deren Leitung. 1970 ging er zu Felten & Guilleaume, wo er begann, die Werksgeschichte zu erarbeiten. Bevor diese Arbeit Formen annahm, ging er 1980 in den Ruhestand. Dort arbeitete er weiter an dem Thema, begann sich für die Geschichte des Blexer Sandes zu interessieren und stieß dabei unweigerlich auf den Heimatforscher Eduard Krüger (1892 bis 1968) und dessen voluminöses Werk, das so ziemlich jedes heimatkundlich interessante Thema umfasste, aber nirgendwo vollständig erfasst war.

Auf Bitten des Oldenburgischen Staatsarchivs erstellte Wolfgang Engelhardt eine solche Dokumentation, aufgeteilt in zwei so genannte Findbücher. Sie listen jede Veröffentlichung Krügers auf. Das war natürlich Enno Hansing nicht entgangen, dem umtriebigen Vorsitzenden des Rüstringer Heimatbundes. Er gewann Engelhardt dafür, die Sammlung des Heimatbundes in ein Archiv zu verwandeln.

Am 22. Juli 1988 zog der Archivar mit seinen Mitarbeitern in die alte Abbehauser Gemeindeverwaltung; aus dem Hobby wurde ein Tagesgeschäft. 1994 zog das Rüstringer Archiv ins Museum, Anfang 2005 an die Schulstraße 12, wo es jetzt auch das Nordenhamer Stadtarchiv und das Butjadinger Gemeindearchiv betreut – und alles vollkommen ehrenamtlich. Im vergangenen Jahr waren Engelhardt und seine Mitarbeiter 3300 Stunden tätig.

„Wir tun es für die Menschen, damit sie ihren eigenen Wert mehr schätzen“, sagt Wolfgang Engelhardt. „Wenn sie mehr über die Geschichte wissen, fühlen sie sich ihrer Heimat stärker verbunden.“

„Wir tun es für

die Menschen“

wolfgang Engelhardt,

ArchivAR

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