NORDENHAM „Wir sehen dort eine Möglichkeit, unser Know-how in der Automationstechnologie, das wir vor allem in der Automobilindustrie gewonnen haben, in die Flugzeugindustrie zu übertragen.“ So beschreibt Werner Lotz das Engagement des weltweit tätigen Unternehmens EDAG im Technologiezentrum Nordenham, das am 29. September eröffnet wird.

Praxisnahe Tests

Der Leiter des Bereichs Anlagenbau und Automatisierungssysteme im Geschäftsfeld Luftfahrt von EDAG in Fulda spricht auch von einem Praxistestlabor in Nordenham. „Dort sollen neue Technologien unter Praxisbedingungen getestet werden. Das macht die Sache interessant.“

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Es geht dabei um den Werkstoff kohlenstofffaserverstärkte Kunststoffe (CFK), der außerordentlich stabil und leicht ist. Wenn sich CFK im Flugzeugbau kosteneffizient verarbeiten lässt, können die Energiekosten in der Luftfahrt nachhaltig gesenkt werden.

In vier Forschungsprojekten im Nordenhamer Technologiezentrum soll herausgefunden werden, wie CFK in der Serienproduktion kostengünstig verwendet werden kann. Die Firma EDAG ist Partner des Projektes, in dem es um den Einsatz von Indus-trie-Robotern bei CFK-Rumpfversteifungen geht.

Bei der Produktion von Rumpfschalen aus CFK ist im Werk von Premium Aerotec in Nordenham teilweise noch Handarbeit nötig. Der Einsatz von Robotern soll Kosten sparen und eine konstante Qualität sicherstellen. Um die geplanten Produktionsraten zu realisieren sowie Bauteiländerungen kostengünstig zu integrieren, ist eine Automationslösung unumgänglich.

Die EDAG-Gruppe ist weltweit sowohl als Produktentwickler als auch als Lieferant der für die Fertigung nötigen kompletten Anlagentechnik tätig. „Wir könnten zum Beispiel ein neues Fahrzeug komplett entwicklen und anschließend die Anlagen für die Serienproduktion liefern“, erläutert Werner Lotz.

EDAG baut im Technologiezentrum in Zusammenarbeit mit Premium Aerotec eine sogenannte Testzelle. Hier werden standardisierte Industrie-Roboter-Lösungen eingesetzt. Sie sollen Stringer (so werden die Längsversteifungen für den Flugzeugrumpf genannt) auf die Flugzeugschale mit Hilfe eines komplexen Rollklebekopfes positionieren.

Aus dieser Testzelle heraus soll eine Produktionsanlage mit sechs Robotern entwickelt werden, die 2013 im Nordenhamer Werk von Premium Aerotec gebaut werden soll.

Aus der Autoindustrie

In der Testzelle wird Technologie aus der Automobilindustrie auf die besonderen Anforderungen der Flugzeugindustrie weiterentwickelt, die mit wesentlich größeren und anspruchsvolleren Bauteilen zu tun hat. Dieses Forschungsprojekt im Technologiezentrum heißt „Optimierte Stringer-Integration CFK-Panels (Opti-StringEnC)“.

Über Stringer hinaus wird die Positionierung weiterer Bauteile wie Schaumstoffe, Fensterrahmen und Distanzstoffe mit Industrie-Robotern automatisiert.

Das Projekt läuft über drei Jahre und wird aus öffentlichen Geldern finanziert. Nach Angaben von Werner Lotz laufen bereits Gespräche über Anschlussprojekte. EDAG wird zunächst mit ein bis zwei Mitarbeitern im Technologiezentrum tätig. Bei Bedarf kommt zusätzliches Personal nach Nordenham.

„Das Projekt reizt uns, weil wir direkt an die vorhandene und an die geplante Produktion anknüpfen können. Es geht nicht um Zukunftsentwicklungen, die etwa erst in 20 Jahren umgesetzt werden. In Nordenham möchten wir unsere Erkenntnisse gerne zeitnah in die Praxis umsetzen“, sagt Werner Lotz.

Horst Lohe Nordenham / Redaktion Nordenham
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