NORDENHAM Wenn ein Mensch ein Bein verliert, fühlt er sich hilflos und verloren. Doch er kann lernen, diesen Verlust auszugleichen – beispielsweise mit seinen Armen.

Körper unbewusst steuern

Dabei hilft die Kinästhetik. Darunter verstehen Mediziner die Fähigkeit, Bewegungen der Körperteile unbewusst zu steuern. Was es damit auf sich hat, lernten neun Mitarbeiter der Wesermarsch-Klinik jetzt in mehreren Fortbildungen. Dieses Fachwissen können die Teilnehmer jetzt an ihre Kollegen weitergeben. Und sie haben die Hoffnung, in diese Techniken eines Tages auch pflegende Angehörige einweisen zu können.

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„Das Defizit des Patienten darf nicht im Vordergrund stehen“, erklärt Gudrun Höpp- ner, Trainerin für Kinästhetik. In der Kinästhetik geht es darum, seinen eigenen Körper bewusster wahrzunehmen. Der Patient soll mit den Bewegungen, die er ausführen kann, seine Defizite ausgleichen. Das Pflege- und Therapiepersonal hilft dabei gezielt.

Es ist wichtig, dass sich der Patient nicht hilflos fühlt, sondern lernt, mit der Situation umzugehen, sagt Gundula Höppner. Unter dem Motto „Heben war gestern, heute bewegen wir uns“ wird nicht nur der Patient aus seinem scheinbar hilflosen Zustand befreit, sondern auch das Therapie- und Pflegepersonal entlastet. „Wenn der Patient schon im Krankenhaus lernt, dass er mit eigens ausgeführten Bewegungen seine Selbstständigkeit zurück erlangt, fällt das Leben nach dem Krankenhausaufenthalt erheblich leichter“, sagt die Gesundheitspflegerin Ute Winter.

Der Stein kam ins Rollen, als die Physiotherapeuten der Wesermarsch-Klinik an einer Fortbildung teilnahmen. Dort lernten sie die Behandlungsmethoden der Kinästhetik kennen. Anschließend wollten sie das Gelernte schnellstmöglich anwenden. Jedoch fehlte ein passender Ansprechpartner für weitere Fragen und Hilfestellungen.

Aus diesem Grund besuchten die Physiotherapeuten gemeinsam mit einigen interessierten Schwestern aus dem Pflegedienst weitere Fortbildungen über Kinästhetik und konnten für das Konzept mehrere Kollegen begeistern. Die Trainerin für Kinästhetik Gundula Höppner vermittelte ihnen dann verschiedene Techniken, die den Umgang für Patient und Pfleger angenehm machen.

Tutoren erhalten Zertifikate

Durch die Lehrkurse eigneten sich die freiwilligen Teilnehmer Fachwissen an. Dadurch wurden sie zu Tutoren für ihre Kollegen und konnten sie fortan mit ihrem Fachwissen unterstützen. Ein Zertifikat erhielten Petra Ahrens, Sigrid Böning, Marita Dettmers, Ralf Feierabend, Daniela Keil, Maren Kloy, Dorit Kobs und Ute Winter aus dem Pflegedienst sowie Gudrun Gold aus der physiotherapeutischen Abteilung.

Für die Zukunft hofft Gundula Höppner auf ein Lernprogramm, das alle Interessierten anspricht – auch die pflegenden Angehörigen.

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