Wesermarsch Die Deichstrecke des Verbandsgebietes des II. Oldenburgischen Deichbandes umfasst stolze 142 Kilometer. Von Oldenburg aus die Hunte entlang, über das Huntesperrwerk bei Elsfleth in die Weser hinein, um Butjadingen und den Jadebusen herum bis nach Dangast. Um diesen langen Abschnitt dauerhaft vor Hochwasser und Sturmfluten zu schützen, wie es das niedersächsische Deichgesetz vorsieht, ist Planungs- und Organisationstalent gefragt. Kai Wienken vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) bringt es auf den Punkt: „Wenn man mit den Baumaßnahmen an einem Ende fertig ist, kann man am anderen Ende eigentlich direkt wieder anfangen.“

Handlungsdruck steigt

Verbandsvorsteher Burchard Wulff hatte am Donnerstag zur Herbstdeichschau eingeladen. Vertreter verschiedener Institutionen, von der Feuerwehr bis zum Technischen Hilfswerk, waren der Einladung gefolgt. Zwei Eindrücke blieben den Gästen in Erinnerung: Dass der Deichband hervorragende Arbeit leistet, und dass es im Bereich des Küstenschutzes immer viel zu tun gibt.

Matthias Wenholt, Baudezernent des Landkreises Wesermarsch, weiß um den Umfang der Arbeiten: „Wer denkt, dass Deichbau nur das Aufhäufen von Kleiboden ist, der ist auf dem Holzweg.“ Der bürokratische Aufwand habe inzwischen enorme Maße angenommen. „Obwohl der Handlungsdruck durch neue Vorgaben ständig ansteigt, werden wir oft durch formale Voraussetzungen ausgebremst“, sagte Wenholt. Der Landkreis könne die notwendigen Ressourcen zwar zur Verfügung stellen, wenn sich anschließend aber bürokratische Hürden aufbauen würden – etwa durch die Umweltverträglichkeitsprüfung –, könne das viel Zeit in Anspruch nehmen.

Defizite beseitigen

Burchard Wulff hat das gerade erst bei den Planungen der Erhöhung der Deichlinie Schweiburg-Jade/Wapelersiel zu spüren bekommen. Wulff: „Wir wollen diese Defizite beseitigen, müssen das Planfeststellungsverfahren aber ruhen lassen, da ein Einwand vom Nationalpark Wattenmeer gekommen ist.“ Dieser müsse erst geprüft werden, bevor es weitergehe. „Wenn sich diese Prüfungen hinziehen, kann es auch mal sein, dass man ein Jahr ohne Deichbau auskommen muss“, erklärt Kai Wienken vom NLWKN.

Gut verlaufen, so Burchard Wulff, sei der Bauabschnitt Jade/Wapelersiel. Die Maßnahme, die 2016 begonnen habe, werde im Herbst 2020 abgeschlossen. Die Pumpenausläufe seien inzwischen ausgebaut und neu erstellt worden. Vier Sielzüge seien fertig, das Deichprofil würde in einem Jahr folgen. Das Projekt werde Kosten von etwa 30 Millionen Euro verursachen.

Natur schonen

Auf das Projekt „Herstellen der Deichsicherheit im Bereich des Braker Siels“ wurde ebenfalls eingegangen. „Hier wurde darauf geachtet, vorhandene Gewässer zu nutzen und möglichst wenig Eingriff in die Natur zu nehmen“, erklärte Matthias Wenholt vom Landkreis. Aus drei Teilmaßnahmen besteht das Projekt:
 Den Bau eines Rohrsiels am Braker Siel und die Instandsetzung der Pumpen.
 Den Ausbau der Rönnel zwischen Braker Sieltief und Käseburger Sieltief.
 Die Erweiterung des Mündungsbauwerks Käseburg um eine Pumpe zur Kompensation der in Brake entfallenden Schöpfleistung.

Tobias Göttler Volontär, 1. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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