Wesermarsch /Fuchsberg „Jetzt hört es auf zu wachsen.“ Jan-Niklas Alter meint das Gras in der Wesermarsch. Für den Landwirt aus Fuchsberg heißt das: Die Weidezeit geht für dieses Jahr zu Ende, es wird aufgestallt. In den kommenden Tagen werden alle Tiere in die Ställe geholt. „Aber noch stehen die Kühe vorm Tor und wollen raus. Letzte Woche haben sie sich draußen noch platt in die Sonne gelegt und das Wetter genossen.“

Der ungewöhnlich milde und trockene Herbst macht es möglich: Die Rinder konnten länger auf den Grünflächen bleiben. „Bis letzte Woche hatten wir wüchsiges Wetter“, erklärt Jan-Niklas Alter. Einige Landwirte hätten sogar jüngst noch einen Grünschnitt eingefahren. „Die Grasqualität ist jetzt überhaupt nicht schlecht. Es tränen einem ja die Augen, wenn man die Tiere bei dem Wetter mit strahlendem Sonnenschein zuletzt nicht raus ins Freie gelassen hätte“, so der Milchviehlandwirt. Seine Milchkühe seien derzeit noch stundenweise auf den Weiden, „um sich die Beine zu vertreten“, im Stall werde ordentlich dazu gefüttert, sonst würde die Milchleistung leiden. Aber auch alle anderen Rinder hätten freien Zugang zum Stall und so die Wahl, ob sie Freigang haben wollen oder nicht.

„Das Jungvieh kann sogar noch rund um die Uhr draußen bleiben. Das gibt noch keine Milch und braucht deshalb nicht so viel Futter“, erklärt Manfred Ostendorf, Geschäftsführer des Kreislandvolkverbandes Wesermarsch: „Das Gras hat noch eine gute Qualität, es ist sogar besser als in anderen Jahren. Wir hatten ab September mit einsetzender Feuchtigkeit einen richtigen Schub.“

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Im vergangenen Jahr hätten die Landwirte schon im Oktober aufstallen müssen. Dieses Jahr läuft die Weidesaison somit länger und bildet einen Ausgleich zum trockenen Sommer. Denn da mussten teils Tiere in den Stall geholt werden, weil die Grünflächen zu trocken waren, so Ostendorf.

Im Herbst sei das Gras nun umso besser gewesen: Feuchtigkeit und Wärme hätten zu guten Wachstumsbedingungen geführt, so dass sich auch der späte Grünschnitt jetzt im November noch gelohnt habe. Ostendorf bemüht eine alte Bauernweisheit: Jedes Jahr wächst das Gras einen Meter, egal wann. Und damit es im kommenden Jahr gut wachsen kann, sei es wichtig, dass das Gras nicht zu lang ist, wenn der Winter einsetzt. Etwas länger sei dafür im Moment das Fell der Jungtiere, so der Geschäftsführer des Kreislandvolkverbandes: Das kühlere Wetter seit einigen Tagen könne den Tieren nichts anhaben. Die fallenden Temperaturen lassen nun aber den Winter anklopfen und den Graswuchs stoppen. Und damit holen die Landwirte in der Wesermarsch nun nach und nach ihre Tiere von den Grünflächen – bis zum Weidenaustrieb im Frühling.

Anja Biewald Berne/Lemwerder / Redaktion Brake
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.
DIE WIRTSCHAFT

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.