Nordenham „Laut einer Studie holen Smartphone-Besitzer im Durchschnitt alle 18 Minuten ihr Mobiltelefon hervor, um ihre Nachrichten zu checken“, sagt Jochen Dudeck. Bei Jugendlichen ist diese Zeitspanne sogar noch kürzer. Für den Leiter der Stadtbücherei steht fest, dass das mobile Internet neben vielen Vorzügen auch Gefahren birgt. Mit diesen Gefahren beschäftigt er sich gemeinsam mit seinen Kollegen aus der Arbeitsgruppe Medienpädagogik des Präventionsrates.

Die Arbeitsgruppe, zu der auch der Auszubildende der Stadtbücherei, Hendrik Schröder, sowie Kreisjugenddiakon Hauke Bruns und der ehemalige Leiter der Grundschule Abbehausen, Wolfgang Lukat, gehören, weist auf den „Safer Internet Day“ hin, an dem sich weitere 20 Präventionsräte aus dem Nordwesten und die Polizeidirektion Oldenburg an diesem Dienstag beteiligen. Nach den Worten von Jochen Dudeck greift im Internet eine Verrohung der Sprache um sich. Auf der Seite www.prima-challenge.de kann über Verhaltensregeln diskutiert werden. „Die Zunahme von Hasskommentaren und Bedrohungen zeigt deutlich, dass Zivilcourage auch im Internet gefragt ist.“

Der Safer Internet Day ist nur der Auftakt für eine ganze Reihe von Aktionen, die der Präventionsrat plant. In Zusammenarbeit mit der Goethe-Gesellschaft findet am Donnerstag, 3. März, ab 19.30 Uhr im Haus Tongern ein Vortrag mit Professor Dr. Stefan Aufenanger statt. Das Thema lautet: „Nicht nur der Daumen wird dicker vom Simsen – die Wirkung des Gebrauchs moderner Medien auf Jugendliche“. Der Eintritt ist frei.

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Nach dem Sommerferien will der Präventionsrat auf Anregung des Jugendparlaments die Aktion Simfrei wieder aufleben lassen. Bereits 2014 hatte der Präventionsrat Schüler ab Klasse fünf aufgefordert, vier Wochen auf ihr Smartphone zu verzichten. Nach den Worten von Jochen Dudeck ist das Thema durch den „Whats-App-Hype“ immer dringlicher geworden. Er weist darauf hin, dass inzwischen schon Lehrer mit ihren Schülern Whats-App-Gruppen gründen, um zu kommunizieren. Dies ist aus der Sicht der Arbeitsgruppe einerseits bequem, aber auch problematisch, weil es eine suchtartige Nutzung des Smartphones fördert. „Es besteht die Gefahr, dass die Schüler nie Feierabend haben“, sagt Hendrik Schröder. Hauke Bruns weist darauf hin, dass nicht alle Familien in der Lage sind, ihre Kinder mit einem Smartphone auszustatten.

Hauke Bruns betont, dass es nicht darum gehe, das Smartphone zu verteufeln. Aber der Präventionsrat möchte die Debatte darüber führen, was das Internet und die ständige Erreichbarkeit mit den Menschen macht.

Nach Ansicht des Präventionsrates werden die Möglichkeiten, kreativ mit den neuen Medien umzugehen, noch zu wenig genutzt. Deshalb hatte er das Projekt „Tatort Nordenham“ ins Leben gerufen. Mit Hilfe unterschiedlicher Medien sollten Kriminalgeschichten entstehen. Die Resonanz an den Schulen war allerdings gleich Null. Inzwischen hat Jochen Dudeck gemeinsam mit seinem Azubi selbst angefangen, einen Krimi zu schreiben. Leser können Anregungen geben, wie sich die Geschichte, in der es um einen ermordeten Finanzbeamten geht, weiterentwickeln soll. Die Geschichte findet sich auf den Facebookseiten von Medien(t)raume und der Stadtbücherei.

Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
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