Wapelersiel Es geht weiter voran auf der Großbaustelle für Küstenschutz in Wapelersiel. Über den Sommer sind die Arbeiten gut fortgeschritten, wie Carsten Neuhaus, Bauleiter der Arbeitsgemeinschaft (ARGE), im Pressegespräch zusammen mit dem Verbandsvorsteher Burchard Wulff vom II. Oldenburgischen Deichverband erläutert.

Im Vorjahr wurden die ersten beiden Sielzüge, je 75 Meter lang, in Betrieb genommen. Dann erfolgte der Abbruch der beiden verbliebenen, östlich gelegenen Züge bis zum Jahreswechsel.

Die Arbeiten brauchten nicht unterbrochen werden, durch die hohen Spundwände zur Seeseite war die Sicherheit gegen Sturmfluten, die sogenannte Wintersicherheit, gegeben. Der Hochwasserschutz von 8,50 Meter über Normalnull (NN) war gewährleistet.

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So funktioniert das Mündungsschöpfwerk: Das Wasser läuft, vom Jadebusen aus gesehen, durch die zwei Stemmtore pro Siel. Diese bewegen sich durch das Gezeitenspiel, Ebbe und Flut, auf und zu. Man spricht hier beim Hochwasserschutz auch von der ersten Deichsicherheit. Das Wasser in Richtung der Jade fließt durch einen Betontunnel von ungefähr sechs Meter Breite und 75 Meter Länge. Etwa in Mitte des Sielzuges liegt deutlich sichtbar das Hubtorgebäude, von denen zwei neben einander stehen. Hier hängt je ein Hubtor pro Sielzug, das bei extremen Hochwasserständen runtergelassen wird. Diese Hubtore zählen zur zweiten Deichsicherheit.

Carsten Neuhaus: „Das passt alles gut zusammen und läuft einwandfrei.“ Inzwischen seien die beiden anderen Sielzüge fertig, hier stehe noch eine Teilabnahme an. Carstens: „Seit Anfang Oktober Wasser marsch durch alle vier Züge.“

Jeder Durchlass kommt auf eine Öffnung von 7 Meter mal 6 Meter. Die Hubtore werden per Hydraulikzylinder bedient. Wenn diese Tore runtergelassen sind, dann geht kein Wasser mehr in die Jade oder raus aus dem Fluss.

 Im Vorraum ist die gesamte Technik für die Steuerung untergebracht. Das Ganze läuft über Fernwirktechnik ab. Die tonnenschweren Stemmtore zur Seeseite – pro Sielzug zwei, also insgesamt acht – kommen aus dem 250 Kilometer entfernten Kampen in den Niederlanden. Jedes Tor ist 3,62 Meter breit und 5,42 Meter hoch und wiegt 6,5 Tonnen. Sie sind aus zertifiziertem Bongossi-Bohlenholz.

Die Sielzüge, sind durch eine 1,50 Meter breite Betonwand getrennt. Hubtore in der Mitte vom Sielzug, pro Zug eins, gibt es vier Stück. Die Hubtore, je 6,60 Meter breit und 5,45 Meter hoch und 12 Tonnen schwer, kommen vom Stahlwasserbau Beeskow, aus der gleichnamigen Kreisstadt im Landkreis Oder-Spree.

In Wapelersiel gibt es neben den Sielzügen auch das Mündungsschöpfwerk Jade. Das regelt die extremen Wasserstände. Bei großen Regenmengen werden vier Pumpen eingesetzt. Sie dienen der Wasserregulierung von 195 Quadratkilometer Binnenland.

Vor dem Bau des Schöpfwerkes (1965) gab es im Verlauf der Jade und Wapel oft Überschwemmungen.

Im neuen Jahr geht es in Richtung Seeseite weiter. Die alten Pumpenausläufe vom Schöpfwerk werden zurückgebaut und durch neue, fast 70 Meter lange Bauwerke ersetzt. „Damit die Deichsicherheit gewährleistet bleibt, dürfen wegen des Hochwasserschutzes diese Arbeiten nur in der Zeit vom 15 April bis 15. September durchgeführt werden“, erklärt Deichbandvorsteher Burchard Wulff. Die Hauptpumpen vom Mündungsschöpfwerk können dann nicht benutzt werden.

Daher hätten die beiden Fachleute auch im nächsten Jahr nichts gegen einen Sommer wie in diesem.

Man kann aber nichts dem Zufall überlassen. Für diese Zeit werden deshalb provisorische Pumpen installiert, die bei starken Regenfällen zum Einsatz kommen werden. Diese können sechs bis acht Kubikmeter Wasser in der Sekunde befördern. „Das Sommerhalbjahr 2019 wird noch mal eine Herausforderung für uns“, weiß Carsten Neuhaus.

Die Restarbeiten dürften sich bis 2020 hinziehen. Zum Schluss werden noch die beiden Hubtorgebäude verklinkert.

Der Verbandsvorsteher lobt das gute Miteinander: „Auch schwierige Bedingungen haben alle gut gemeistert und Lösungen für alle Probleme n gefunden.“

Im Jahre 2020 könnte dann die Deicherhöhung um rund einen Meter auf der Länge von vier Kilometern zwischen „Schweiburger Mühle/Café Landlust“ bis zum Mündungsschöpfwerk beginnen.

Der Küstenschutz kostet: Bei diesem Großprojekt hat man dann in den fünf Jahren 30 Millionen Euro verbaut.

Zur ARGE zählen die Firmen Ludwig Freytag, Tiefbauunterweser (TAGU) aus Oldenburg sowie Herdejürgens & Harmsen aus Nordenham.

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