Wapelersiel „Auf der Großbaustelle Wapelersiel ist alles gut im Zeitrahmen für den Küstenschutz“, erläutert der Bauleiter der Arbeitsgemeinschaft (ARGE), Carsten Neuhaus. Zur ARGE zählen die Firmen Ludwig Freytag, Tiefbauunterweser (TAGU) aus Oldenburg sowie Herdejürgens & Harmsen aus Nordenham. Seit 2015 wird hier gebaut, die Pläne sind um einiges älter. Im kommenden Jahr sollen die Arbeiten abgeschlossen werden.

„Es geht gut voran“, das bestätigt im Gespräch auch Burchard Wulff, Vorsteher vom II. Oldenburgischen Deichband. In diesem Halbjahr steht der Rückbau der vier Pumpenausläufe mit einem Durchmesser von 2,50 Meter an. Sie werden vom jetzigen Auslauf in den Jadebusen bis an das Mündungsschöpfwerk heran mit schwerem Gerät zurückgebaut. Um eine trockene Baugrube zu erhalten, sind an den zwei Seiten und zur Seeseite hin zuerst die tiefen Spundwände gerammt worden. Hierfür wurden 85 Stahlpfahlträger auf einer Länge von 32 Metern in den Boden gerammt.

Das Mündungsschöpfwerk, Baujahr 1965, steht auf neun Meter langen Holzpfählen. Um mögliche Schäden zuordnen zu können, wurde das Gebäude beweisgesichert. Carsten Neuhaus: „Es wurde vorsichtig bei der Gründung vorgegangen. Das ist zu guter Zufriedenheit gelaufen.“

Die Betondecke in der Grube ist 80 Zentimeter dick. Die vier Ausläufe werden mit Glasfaser-Rohren von 2,50 Metern Durchmesser auf 70 Meter verlängert. Zum Schutz werden sie mit Beton ummantelt. Die Ausläufe befinden sich dann in einer Flucht zum Jadebusen mit den vier neuen Sielzügen. Diese befinden sich östlich vom Mündungsschöpfwerk und sind bereits in Betrieb (die NWZ berichtete). Nach Abschluss der Arbeiten verläuft der Deich künftig durchgehend. Ein solch gerades „grünes Band“, wie Burchhard Wulff es nennt, hat man am liebsten. „Da kann man immer wieder bei.“

Mit den vorbereitenden Arbeiten hat man im März begonnen. Ab dem 15. April, dem Ende der Sturmflutsaison, standen die ersten Abbrucharbeiten an. Carsten Neuhaus: „Wir haben nur ein enges Zeitfenster für Arbeiten im Deichbereich. Zur nächsten Sturmflutsaison im September soll das Schöpfwerk wieder arbeiten.“ Die bisher niedrigen Niederschlagsmengen im Sommer sind ganz im Sinne der Verantwortlichen. Für den Notfall mit hohen Regenmengen wurde aber ein Pumpenprovisorium installiert: Die acht verlegten bräunlichen Stahlrohre, die in die Jade ragen, sind östlich der Sielzüge deutlich zu sehen. Die Ersatzpumpen können insgesamt 6,5 Kubikmeter Wasser in der Sekunde befördern. Die Leistung der eigentlichen vier Pumpen im Mündungsschöpfwerk beträgt jeweils 8,5 Kubikmeter, insgesamt also 34 Kubikmeter in der Sekunde.

„Die Pumpen sind inzwischen fast 55 Jahre alt“, erklärt der Vorsteher des Entwässerungsverbandes Jade, Fritz-Harald Strodthoff-Schneider. „Angedacht ist eine Generalüberholung.“

Im nächsten Jahr will man die Deichlinie, das „Grüne Band“, schließen. Zudem steht noch das Verklinkern der neuen Beton-Hubtorräume auf dem Programm. „Im Herbst 2020 soll dann alles wie geplant fertig sein“, so Burchard Wulff.

Und der Küstenschutz kostet: Bei diesem Großprojekt wird man dann in fünf Jahren 32 Millionen Euro investiert haben.

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