Waddens Eine Waddenser Dorfgemeinschaft ohne Dirk Warns an der Spitze? Das ist nur schwer vorstellbar. Und doch soll es so kommen. Bei der 7. Waddenser Dorfkonferenz, die am Montagabend unter großer Beteiligung in der Gaststätte Butjenter über die Bühne ging, äußerte der 57-Jährige den Wunsch, seinen Job in jüngere Hände zu übergeben. „Ich möchte nicht an meinem Amt kleben, bis es irgendwann unmöglich ist, einen Nachfolger zu finden“, sagt er.

Dass die Waddenser eine so eingeschworene Clique sind und dass das Dorf in aller Regel bekommt, was es sich wünscht, daran hat Dirk Warns einen nicht unerheblichen Anteil. Seit 35 Jahren ist er das Waddenser Sprachrohr. Mit seiner Art weiß er Menschen zu überzeugen und auf seine Seite zu bringen.

Große Fußstapfen

Unter der Regie von Dirk Warns war Waddens im vergangenen Jahr bei dem Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ ganz vorne mit dabei. Mit ihm als Sprecher bekam das Dorf den Radweg Richtung Nordenham, den es sich so lange gewünscht hatte. Die Gemeinschaft funktioniert; sie hat mit dem Garten Eden einen tollen Treffpunkt; ein Neubaugebiet hat junge Leute angelockt; der Sportplatz ist pünktlich zum 100. Geburtstag des TV frisch saniert.

Dirk Warns hinterlässt ein gut bestelltes Feld. Und die Fußstapfen, in die es zu treten gilt, sind groß. Gleichwohl gab es Montagabend schon erste Interessensbekundungen, als der 57-Jährige ankündigte, dass die gerade laufende Dorfkonferenz seine letzte sein werde, die turnusmäßig im Herbst anstehende 8. Konferenz jemand anderes moderieren müsse. Dirk Warns möchte nicht Knall auf Fall gehen – ihm ist an einem fließenden Übergang gelegen. Nun müssen sich die Waddenser überlegen, wer nachfolgen soll.

Ein Thema für den zukünftigen Dorfsprecher oder die zukünftige Dorfsprecherin könnte die Wohnbebauung in Waddens sein. Das Dorf ist das einzige in Butjadingen, in dem ein Investor ohne Umwege loslegen könnte. Neben der Neubausiedlung An der Schmiede, in der der Endausbau der Straßen begonnen hat, befindet sich eine Fläche, für die bereits ein rechtskräftiger Bebauungsplan existiert.

14 neue Bauplätze könnten auf dieser Fläche erschlossen werden. Dafür müsste ein Investor gefunden werden. Und das wird nur möglich sein, wenn es eine Liste mit ersten Interessen gibt.

Wer sich vorstellen kann, in Waddens zu bauen, und gerne auf dieser Liste stehen möchte, sollte sich an Axel Linneweber, Chef der Bauverwaltung der Gemeinde Butjadingen, wenden (Telefon   04733/8930). Melden kann sich dort auch, wer eine Fläche für eine Lückenbebauung in Waddens anzubieten hat. Den Waddensern ist auf jeden Fall daran gelegen, dass im Dorf weiter gebaut werden kann.

Kein neuer Spielplatz

Das Neubaugebiet An der Schmiede hatte die Wohnungsbau Wesermarsch erschlossen. Sie ist den Waddensern noch einen Spielplatz schuldig. Den wollen die Bewohner des Neubaugebiets laut Dirk Warns aber gar nicht unbedingt haben. Sie möchten eher, dass das für den Spielplatz vorgesehene Areal als Rasenfläche hergerichtet wird und mit dem restlichen Geld der nur 200 Meter entfernte Spielplatz beim Garten Eden weiter aufgewertet wird.

Gast der Versammlung war Bürgermeisterin Ina Korter. Sie berichtete über wichtige Themen, die die Verwaltung zurzeit auf der Agenda hat. Dazu zählen der weitere Ausbau der Breitbandversorgung, eine Kampagne zur Gewinnung von Ärzten für ländliche Gegenden, der Austausch der herkömmlichen gegen energiesparende Straßenlampen und der weiter in der Schwebe befindliche mögliche Umzug der Rettungswache von Stollhamm an den Mitteldeich.

Den Gemeinderat vertrat bei der Dorfkonferenz Claudia Cornelius (CDU). Sie berichtete über die seitens der Gemeinde angestrebte Flurbereinigung, die eine Chance darstellen könnte, die maroden Wirtschaftswege zu sanieren. Davon würde auch der Tourismus profitieren.

Detlef Glückselig Butjadingen / Redaktion Nordenham
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