LANGWARDEN Der Vorstand des Fördervereins Langwarder Groden ist enttäuscht und verärgert. Dass es jetzt offensichtlich eine einvernehmliche Kompromisslösung für die Verwirklichung der im Langwarder Groden geplanten ökologischen Kompensations-Maßnahmen gibt, habe ihn sehr überrascht. Daran habe der Förderverein trotz der Zusagen von Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander und anderer Politiker nicht mitwirken können, kritisiert der Vorstand.

„Jetzt wird es ernst“, sagte Förderverein-Vorsitzender Dieter Brockhoff mit Blick auf die am Freitag, 10. Dezember, ab 19 Uhr auf dem Hof Iggewarden stattfindende Informationsveranstaltung des II. Oldenburgischen Deichbandes. Dort soll die Kompromisslösung vorgestellt werden, die im dafür eingesetzten Arbeitskreis aus Vertretern unter anderem der Umweltverbände, der Deichbände, der Nationalparkverwaltung, der Jade-Weser-Port-Gesellschaft und verschiedener Behörden erarbeitet wurde.

„Volle Hütte!" erwartet

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Dieter Brockhoff und seine Vorstandskollegen Ralf Töllner, Jan Dunkhase und Hans Witbaard erhoffen sich für den 10. Dezember eine „volle Hütte“ auf dem Hof Iggewarden. Nicht nur für die 150 Mitglieder des Fördervereins, sondern für alle Butjadinger Bürger sei es eine Pflicht, an der Veranstaltung teilzunehmen und deutlich zu machen, was sie davon halten, dass ihnen ein Stück Heimat genommen werden soll, so Dieter Brockhoff.

Der wies zudem darauf hin, dass trotz einer Kompromisslösung noch nichts entschieden sei. Rechtsgültig seien die Planfeststellungsbeschlüsse für die Deichbaumaßnahmen in Cäciliengroden (1997) und in Augustgroden (2000) sowie für den Bau des Jade-Weser-Ports (2007). Sie legen fest, dass als ökologische Ausgleichsmaßnahmen im 140 Hektar großen Langwarder Groden Salzwiesen entstehen sollen. Die dafür erforderliche Vernässung des Areals soll unter anderem durch eine vollständige Schleifung des Vordeiches erfolgen. Diese Festlegung könne nur durch eine Abänderung der Planfeststellungsbeschlüsse korrigiert werden, so die Ansicht des Förderverein-Vorstandes.

Der wundert sich zudem sehr über das Verhalten von Leenert Cornelius. Dass der Vorsteher des II. Oldenburgisches Deichbandes einer Verschlechterung der Deichsicherheit durch eine offensichtlich geplante teilweise Öffnung des Vordeiches zulasse, sei nicht zu verstehen. Auch dass der Boden aus dem Groden, der wegen der Vernässung abgetragen werden muss, entgegen bisheriger Proben nun doch für eine Verstärkung des Hauptdeiches geeignet sein soll, sei schon merkwürdig.

Kritik am Bürgermeister

Enttäuscht ist der Förderverein-Vorstand auch von Butjadingens Bürgermeister Rolf Blumenberg, dessen Unterstützung Dieter Brockhoff und seine Mitstreiter bei ihrem Kampf um den Erhalt des Langwarder Grodens vermissen. Sollte es zutreffen, dass Blumenberg an der Veranstaltung am 10. Dezember nicht teilnimmt, sei dies ein Beweis dafür, dass er sich erneut vor einer klaren Stellungnahme drücke.

„Der Vordeich darf nicht angefasst werden“, benannte Dieter Brockhoff das vordringlichste Ziel des Fördervereins. Der wäre mit einer Vernässung einer Teilfläche des Langwarder Grodens einverstanden. Das dafür erforderliche Wasser aus der Nordsee könnte allein durch eine Erneuerung des vorhandenen Sielbauwerks auf die Fläche gebracht werden, so der Vorschlag des Vereins.

Rolf Bultmann Nordenham / Redaktion Nordenham
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