LEMWERDER LEMWERDER - Man kann ziemlich viel falsch machen auf einem Recyclinghof: das Zeitungspapier in den Container mit dem Mischpapier werfen, Buntmetalle im Schrott-Container entsorgen oder Porzellan-Teller zum Altglas tun. Zum Glück haben Gero Bartz und Andrea Beyer vom Umwelthof Lemwerder ihre Kunden gut im Griff, sodass der meiste Abfall in den richtigen Containern landet. „Auf diesem Hof haben die Kollegen ihre Klientel gut erzogen“, sagt Andree Stelljes-Schmalge von der GIB, der alle fünf Recyclinghöfe in der Wesermarsch gehören. Gero Bartz weiß den Grund: „90 Prozent der Leute kennen wir.“

Der Hof in Lemwerder ist der älteste in der Wesermarsch und wird überdurchschnittlich viel genutzt: Das liege an der Nähe zum Siedlungsgebiet, so Bartz. Die Leute könnten ihren Abfall mit dem Fahrrad oder mit der Schubkarre bringen. Aber die Lemwerderaner seien auch etwas eigen, musste Stelljes-Schmalge feststellen: „Das merkt man immer, wenn das Abfallwirtschaftskonzept geändert wird. Es ist unglaublich, was dann hier an Reden geschwungen wird.“ Nämlich von denjenigen, die plötzlich für ihre Müllentsorgung mehr bezahlen müssen. Die meisten Diskussionen auf dem Hof gibt es laut Bartz über Gartenabfall. Im Endeffekt entscheidet dann der Zollstock, wieviel Kubikmeter Abfall tatsächlich abgeliefert werden – in der Regel mit dem Ergebnis, dass der Kunde noch mehr bezahlen muss, als von Bartz vorher geschätzt.

Der 52-Jährige arbeitete vorher in einer Fahrradwerkstatt und ließ sich dann zum Ver- und Entsorger umschulen. „Langweilig wird’s nicht, weil immer Kunden da sind“, sagt er. Andrea Beyer wollte eigentlich Kfz-Mechanikerin werden, fand aber keine Lehrstelle. „Entweder es gab keine Damentoilette, oder es hieß ,Frauen sind nicht kräftig genug‘ oder ,Frauen gehören an den Herd‘“, erzählt die 24-Jährige. Also bewarb sie sich bei der GIB. „Ich arbeite liebend gerne draußen.“ Die Kundinnen freuen sich: „Tut ja mal richtig gut, eine Frau hier zu sehen“ und ähnliches hätten schon mehrere zu ihr gesagt, erzählt Beyer.

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Das berufliche Wissen nützt den beiden Mitarbeitern auch privat: Wer kann schon von sich sagen, dass er zweifelsfrei weiß, in welche Tonne die Glühbirne gehört (Restmüll, außer es ist eine Neonröhre oder Energiesparlampe, dann ist es nämlich Sondermüll), der Weinkorken (gelber Sack) oder das alte Radio (gar keine, zur E-Geräte-Zerlegung). Andrea Beyer sagt, der Job sei ihr inzwischen auch privat in Fleisch und Blut übergegangen: „Ich ertappe mich dabei, dass ich Freunden sage ,Das gehört aber in den anderen Abfall‘. Ich bin da schon sehr gewissenhaft.“

Ein Abfall-ABC gibt es unter www.gib-entsorgung.de

Arbeit und Ausbildung im Entsorgungsunternehmen gib

Die Ausbildung zur Fachkraft für Kreislauf und Abfallwirtschaft (früher: Ver- und Entsorger) dauert drei Jahre. Im dritten Jahr können die Lehrlinge zwischen den Fachrichtungen Logistik, Sammlung und Vertrieb, Abfallverwertung und -behandlung sowie Abfallbeseitigung und -behandlung wählen.

Die GIB bietet in diesem Beruf drei Ausbildungsplätze mit der Fachrichtung Abfallbeseitigung und -behandlung an. Die Ausbildung erfolgt auf der Deponie in Käseburg. Außerdem gibt es zwei Plätze für die Ausbildung im Klärwerk zur Fachkraft für Abwassertechnik.

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