Volkers Manchmal werden sie zahm. Lilo zum Beispiel. Der steht auf Harry Potter. Immer wieder setzt sich Jacqueline Munke in das Zimmer mit den Wildkatzen, die sich in den Höhlen ihres Kratzbaums verkriechen, wenn sich jemand nähert. Nur manchmal kommt eine von ihnen aus ihrem Loch. „Man muss Geduld haben“, sagt die Leiterin des Nordenhamer Tierheims. Sie setzt sich auf den Boden und liest den Katzen vor. Manchmal gelingt es ihr, die scheuen Tiere aus der Reserve zu locken. Irgendwann gesellte sich Lilo zu Jacqueline Munke. „Er ließ sich sogar anfassen.“ Inzwischen hat er ein neues Zuhause gefunden, sein erstes.

Das Moyzes-Tierheim an der Deichstraße 150 ist unter Telefon   04731/37875 und unter Telefon   0157/30070009 erreichbar. Es ist immer mittwochs von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Auch bei Facebook ist das Tierheim vertreten.

Der Name des Tierheims geht auf die Eheleute Eduard und Hildegard Moyzes zurück. Sie hatten der Stadt ihr Vermögen vermacht mit der Auflage, in Nordenham ein Tierheim einzurichten. 1989 wurde es eingeweiht. Der Betrieb des Tierheims wird noch heute aus diesem Erbe finanziert.

Von der Wildkatze zum Stubentiger – solche Erfolgsgeschichten gelingen nur mit viel Ausdauer. „Die Tiere müssen lernen, dass ich ihnen nichts Böses will“, sagt Jacqueline Munke. Manche schaffen das. Wilde Katzen, die es nicht schaffen, werden dorthin zurückgebracht, wo sie gefunden wurden: in die freie Natur – dort, wo sie sich am wohlsten fühlen.

Neues Katzenzimmer

Seit drei Monaten ist Jacqueline Munke Leiterin des städtischen Tierheims in Volkers. Dort hat sich inzwischen einiges getan. Jacqueline Munke hat ein neues Katzenzimmer eingerichtet. Die Stadt hat einen Raum komplett fliesen lassen. Vier getrennte Bereiche stehen den Fundkatzen jetzt zur Verfügung. „Die braucht man auch“, sagt Jacqueline Munke. Schließlich kommen nicht alle Tiere miteinander klar.“ Manchmal müssen kranke oder tragende Katzen isoliert werden. Die Tierheimleiterin möchte im Laufe des Jahres weitere Räume renovieren lassen.

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Zurzeit leben 15 Katzen im Tierheim, 7 davon sind Wildkatzen. Das „Kinderzimmer“ teilen sich die Geschwister Max und Mia mit Bonnie. Während Max und Mia am Wochenende ausziehen werden, weil es für sie bereits neue Besitzer gibt, gehört Bonnie zu den Sorgenkindern von Jacqueline Munke. In der Wildnis geboren, lässt Bonnie ungern Menschen an sich heran. Sie ist nicht mehr ganz so ängstlich wie vor einigen Monaten. Aber ein verschmuster Stubentiger wird Bonnie wohl nie werden. Auch Stuart ist ein Sorgenkind. Der Kater hat das Feline Immundefizienz-Virus, abgekürzt FIV. Die Krankheit wird umgangssprachlich auch Katzen-AIDS genannt. Stuart darf deshalb nur in der Wohnung gehalten werden und keinen Kontakt mit gesunden Katzen haben. Über einen neuen Halter würde er sich trotzdem freuen.

92 Katzen sind im vergangenen Jahr im städtischen Tierheim versorgt worden. Hinzu kommen 13 Hunde und 21 Kleintiere wie Kaninchen, Hamster und Meerschweinchen. Von den 92 Katzen hat das Tierheim 44 vermittelt, 15 sind zurück zu den Eigentümern gekommen, 9 wurden kastriert und wieder ausgewildert. „Wenn wir sie partout nicht zahm kriegen, dann ist das die letzte Lösung“, sagt Jacqueline Munke. 9 Fundkatzen sind verstorben oder der Tierarzt musste sie einschläfern, weil sie schwer krank waren – viele von ihnen hatten Katzen-AIDS. Im vergangenen Jahr wurden im Tierheim außerdem 13 Hunde versorgt. 6 von ihnen hat das Tierheim vermittelt, 7 sind zurück zu ihren Eigentümern gekommen. Von den 21 Kleintieren sind 10 vermittelt worden, 5 gingen zurück an die Eigentümer, 6 sind verstorben oder eingeschläfert worden.

Glücklich mit dem Job

Natürlich muss Jacqueline Munke in ihrem Job mit solchen Rückschlägen fertig werden. Aber die junge Frau, die im Oktober die Regie im Tierheim übernommen hatte, ist vor allem sehr glücklich mit ihrem neuen Job. Sie freut sich auch darüber, dass sie in den vergangenen drei Monaten viele Spenden bekommen hat: fast 600 Euro Geld, Gutscheine für Tierfutter und Zubehör im Wert von fast 900 Euro, außerdem Sachspenden wie Kratzbäume und Spielzeug. Auch bei einem Tag der offenen Tür, den Jacqueline Munke veranstaltet hat, ist einiges an Spenden zusammengekommen.

Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
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