NORDENHAM NORDENHAM/BI - Die Verhandlungen zwischen NSW und der IG Metall über einen Ergänzungstarifvertrag beginnen im Januar. Das hat gestern der 1. Bevollmächtigte der IG Metall Wesermarsch, Martin Schindler, auf Anfrage der NWZ mitgeteilt.

Der Vorsitzende der NSW-Geschäftsführung, Dr. Valentin Jug, hatte Ende September eine solche Vereinbarung angeregt. Ziel der Arbeitgeberseite ist, wie berichtet, eine Senkung der Personalkosten um 20 Prozent. Dafür soll die Arbeitszeit um 14 Prozent auf 40 Stunden ausgeweitet werden. Zudem will die Geschäftsführung Löhne und Gehälter stärker an die wegen des unsicheren Projektgeschäfts schwankenden Erlöse ausrichten. Das bedeutet in schlechten Jahren einen Verzicht auf zehn Prozent der Löhne und Gehälter, in guten Jahren soll dieses Geld aber zusätzlich ausbezahlt werden.

Die IG Metall hat sich bereit erklärt, entsprechende Verhandlungen mit NSW aufzunehmen. Im November haben die in der IG Metall organisierten NSW-Beschäftigten – etwa 60 Prozent der Belegschaft – dieser Vorgehensweise mit großer Mehrheit zugestimmt, teilte Schindler mit. Allerdings sind die Gewerkschafter nur zu einem befristeten Abweichen vom Flächentarifvertrag bereit. Außerdem fordern sie, dass der Arbeitgeber die Beschäftigung sichert und die Kapitalprobleme löst.

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Für die Verhandlungen benannten die organisierten NSW-Mitarbeiter eine fünfköpfige Verhandlungskommission, die einer 13-köpfigen Tarifkommission berichtet. Das letzte Wort haben die IG-Metall-Mitglieder bei NSW in einer Urabstimmung.

Grundlage der Verhandlungen ist das Pforzheimer Abkommen, das Gewerkschaft und Arbeitgeber bei den Tarifverhandlungen im Februar 2004 geschlossen haben. Es erlaubt Abweichungen vom Flächentarifvertrag, um Beschäftigung zu sichern und auszubauen, Innovationen zu ermöglichen oder Dumping-Wettbewerbern begegnen zu können.

„Die IG Metall hat mit diesem Abkommen sehr vielfältige Erfahrungen gemacht“, sagt Schindler. Etwa jeder dritte Antragsteller habe dieses Angebot als Möglichkeit zur Gewinnmaximierung gesehen. Das treffe aber auf NSW mit Sicherheit nicht zu, wie auch ein Gutachten des Hamburger Regionalbüros der ISA-Consult im Auftrag der IG Metall ergeben habe. Die Wirtschaftsprüfer bekamen dafür auch Unterlagen zu sehen, auf die der Betriebsrat nicht zurückgreifen kann.

Nach diesem Gutachten liegen die Probleme von NSW im Wesentlichen am konjunkturellen Einbruch im Telekommarkt, am Konzentrationsprozess bei den Anbietern und an der Unwägbarkeit des Projektgeschäfts. „Es ist nicht so, dass die Mitarbeiter zu viel verdienen oder zu wenig arbeiten“, betont Schindler.

Er sei optimistisch, dass eine Einigung möglich ist.

ig metall benennt zwei kommissionen

Eine fünfköpfige Verhandlungskommission spricht im Namen der IG Metall mit NSW. Sie besteht aus Volker Stahmann (IG Metall, Bezirk Küste), Martin Schindler (IG Metall Wesermarsch) sowie den NSW-Beschäftigten Franka Helmerichs – sie ist die Vorsitzende des Betriebsrats –, Andre Hurtig und Carsten Oellrich.

Der Tarifkommission gehören an: Volker Stahmann, Martin Schindler, Franka Helmerichs, Jens Harders, Günther Beilfuss, Merle Janson, Alfred Suhr, Andrea Lukes, Carsten Oellrich, Silvia Krause, Olaf Bergmann, Ulrike Schiller und Heiko Meier.

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