Norderseefeld Der Agrarberater Hans Witbaard war‘s: Im Sommer fragte er den Landwirt Jörg Schwarting, ob er nicht am alljährlichen Wettbewerb der Landesvereinigung der Milchwirtschaft um die Goldene Olga teilnehmen wolle. Schwarting nahm die Herausforderung an. Dass er fünf Monate später als „Bester Milcherzeuger Niedersachsens“ die Goldene Olga mit nach Hause nehmen würde, hatte er damals keine Sekunde gedacht.

Schon, dass er und seine Frau Patricia Vos zu der Preisverleihung am Sonnabend im Alten Kurhaus in Bad Zwischenahn eingeladen waren, werteten sie als großen Erfolg: Immerhin waren sie damit unter die zehn Besten gekommen. „Als ich dann merkte, dass wir unter den ersten fünf sind, wurde es wirklich aufregend“, erinnert sich der 42-Jährige. Der Landwirt aus Norderseefeld und seine 36-jährige Frau freuen sich, dass auch ihre beiden Kinder Justin (10) und Julian (7) dabei waren: So konnte die ganze Familie den großen Augenblick miterleben.

Die Eltern Waltraut (70) und Horst Schwarting (74) erfuhren es wenig später. Sie hatten die damalige Domäne, auf der ihre Familie seit 1856 ansässig ist, 1995 an ihren Sohn übergeben. Der kaufte den Betrieb 2009 und vergrößerte ihn durch Pachtland von 56 auf 92 Hektar.

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Die Bullenmast gab er auf, die Zahl der Kühe steigerte er auf 120, die Milchproduktion stieg von 400 000 auf 1,1 Millionen Kilogramm im Jahr. „Aber Größe ist nicht alles, es muss auch vernünftig bleiben“, betont Jörg Schwarting. Die Goldene Olga ist ein gewichtiger Hinweis darauf, dass ihm das gelungen ist.

Nach der Initiative von Hans Witbaard und einem ersten kleinen Fragebogen kamen einige Wochen später zwei Prüfer auf den Hof der Familie Schwarting-Vos: ein Unternehmensberater der Landwirtschaftskammer und ein Landwirt. Neun Stunden lang sahen sie sich um, arbeiteten einen 50-seitigen Fragebogen ab und ließen sich jede Aussage durch Akten und eigene Anschauung belegen.

Im Mittelpunkt stand das nachhaltige Wirtschaften: die Unternehmensführung, das Herdenmanagement mit Fütterung, Tierhaltung und -gesundheit, die Qualitätssicherung, Tier- und Umweltschutz, soziales Engagement, aber auch das Betriebsergebnis. Die Prüfer fragten zudem, ob sich die Familie selbst mal einen Erholungsurlaub gönnt oder immer durcharbeitet.

Wie haben sie den Sieg errungen? „Unser Erfolg kommt nicht von allein“, sagt Jörg Schwarting. Seine Frau, seine Kinder, die Eltern, der Betriebshelfer Marcel de Wit und die vielen Berater vom Beratungsring bis zu Futtermittelfirmen haben geholfen. Aber Jörg Schwarting und seine Frau haben wohl auch oft genug auf sie gehört.

Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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