Tossens Bauamtsleiter Axel Linneweber betonte mehrfach, dass das Abstimmungsergebnis aus der Bürgerversammlung nicht repräsentativ sei. Aber eine echte Wahl hatten die Mitglieder des Bauausschusses des Gemeinderats sowieso nicht. Sie beschlossen jetzt einstimmig, dass im Tossenser Pleiten-Baugebiet Zum Groden die Straßen in Pflasterbauweise erstellt werden sollen. Kein billiger Spaß für die dortigen Eigentümer. Die freuen sich zwar, dass es endlich weitergeht. Doch die Medaille hat auch eine Kehrseite.

Seit Jahren leben die Anwohner in dem Baugebiet mit geschotterten Baustraßen, die sich bei Regen und Tauwetter in Schlammpisten verwandeln. Dabei haben sie die Erschließung des Areals mit dem Preis für ihre Grundstücke längst bezahlt.Tatsächlich ist der Endausbau jedoch nie erfolgt. Erst reichte die Anzahl der verkauften Grundstücke nicht, dann meldete Ende November 2012 die Baufirma Insolvenz an – woraufhin nicht nur wieder nichts passierte, sondern auch das Geld der Eigentümer futsch war.

Lange Verhandlungen

Fünf Jahre später ist es der Gemeinde nach langen und komplizierten Verhandlungen nun gelungen, die Verkehrsflächen zu erwerben. Der Endausbau soll im kommenden Jahr erfolgen. Die Eigentümer müssen 90 Prozent der Kosten tragen.

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Konkret sind das 90 Prozent von kalkulierten 330 000 Euro. So viel kostet die dritte von drei Varianten, die das Oldenburger Planungsbüro Ingwa erarbeitet hat. Sie sieht gepflasterte Straßen mit Parkplätzen und einer Einfassung vor. Eine reine Asphaltfahrbahn ohne Parkplätze und Einfassung zur Oberflächenentwässerung würde 240 000 Euro kosten. Sie ist aber nicht realisierbar beziehungsweise würde ein späteres Nachbessern erfordern, weil der Bebauungsplan zwingend Parkplätze vorschreibt. Variante 2 ist die teuerste, aber nicht die schickste: Eine Asphaltdecke mit Einfassung und Parkplätzen für 343 000 Euro.

Der Bauausschuss votierte einstimmig für den Ausbau in Pflasterbauweise, für den es im September auch bei einer Anliegerversammlung eine Mehrheit gegeben hatte – allerdings nur eine hauchdünne. Und nur 26 der rund 40 Eigentümer, die zur Kasse gebeten werden, waren bei der Versammlung anwesend.

Eigentümer uneins

Dass es unter den Eigentümern keineswegs eine einheitliche Meinung gibt, zeigte sich auch bei der Ausschusssitzung. Robert Tanzen betonte, dass er einen einfachen Ausbau mit einer reinen Asphaltfahrbahn für vollkommen ausreichend erachte, die Decke auch lange halten würde, wenn die Arbeiten gut ausgeführt werden.

Angelika Bannert hingegen begrüßt, dass sich der Ausschuss für die teurere Pflaster-Variante ausgesprochen hat, da die darin enthaltenen Parkplätze dringend benötigt würden. Indes erinnert sie die Gemeinde daran, dass nicht jeder der Eigentümer seinen Anteil an den Erschließungskosten aus der Portokasse wird bezahlen können. Angelika Bannert bat darum, die Möglichkeit von Stundungen und Ratenzahlungen zu überprüfen. Das werde die Verwaltung zum gegebenen Zeitpunkt tun, sagte Bürgermeisterin Ina Korter zu.

Detlef Glückselig Butjadingen / Redaktion Nordenham
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