Süllwarden Wenn ihr Enkel Frederik zu Besuch ist, sitzen die beiden gerne im Garten auf der Bank und schauen und lauschen, was da so fliegt und summt. Dass es eine ganze Menge zu schauen und zu lauschen gibt, liegt daran, dass Julia Edom hinter ihrem Haus in Süllwarden ein ehemaliges Paddock in eine Blühwiese verwandelt hat. Und warum steht das in der Zeitung? Weil die 70-Jährige zeigen möchte, dass man auch als Bürger viel dazu beitragen kann, dass Bienen und andere Insekten genügend Lebensraum finden.

Nachdem das Paddock ausgedient hatte, wurde aus der Fläche zunächst ein Gemüsegarten. In dem wuchs Julia Edom die Arbeit aber bald buchstäblich über den Kopf. Also entschlossen sich die ursprünglich aus England stammende Süllwarderin und ihr inzwischen verstorbener Mann Ulrich, eine Blühwiese anzulegen. Seitdem habe sich die Artenvielfalt in ihrem Garten deutlich erhöht, sagt die 70-Jährige. Und die Bank, von der aus man beobachten kann, wie Hummeln in Blüten schlüpfen und Schmetterlinge flattern, ist zu Julia Edoms Lieblingsplatz geworden.

„Manche Leute haben mich ein wenig belächelt“, sagt Julia Edom. Als von der Malve über die Ringelblume bis zum Schmuckkörbchen alles in den schönsten Farben blühte, seien aber auch die Skeptiker begeistert gewesen, freut sich die Butjenterin. Sie überlegt nun, auch noch andere Flächen ihres großen Grundstücks in Blühwiesen umzuwandeln. „Man muss sich doch mal Gedanken darüber machen, was passiert, wenn es keine Insekten mehr gibt“, sagt die 70-Jährige und ergänzt: „Was hinterlassen wir denn dann unseren Kindern?“

Julia Edom findet es löblich, wenn Landwirte einen Teil ihrer Flächen nutzen, um Blühstreifen anzulegen. Sie begrüßt auch die Initiative des Hegerings Butenland, der in diesem Jahr Geld der Jagdgenossenschaft und eigene Mittel aufgewendet hatte, um erheblich vergünstigtes Saatgut an Bürger ausgeben zu können. Immerhin zwei Hektar Blühflächen – zusätzlicher Lebensraum für Bienen und Co. – sind dadurch in Butjadingen entstanden. Nächstes Jahr soll die Aktion wiederholt werden; wer dann vergünstigtes Saatgut haben möchte, kann sich schon jetzt an den Vorsitzenden Jörg Kuck wenden (Telefon   0172/4335293) und sich auf eine Liste setzen lassen.

Julias Edom jedenfalls würde sich sehr freuen, wenn möglichst viele Butjenter ihrem Beispiel folgen und wenigstens ein Stück ihres Gartens in ein Insektenparadies verwandeln. Sie ist sicher: Die Natur wird es ihnen danken.

Detlef Glückselig Butjadingen / Redaktion Nordenham
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.