Berne Das Storchennest neben dem Zentrum Alte Molkerei in Berne, hinter dem Edeka-Markt, hat durch den Sturm am Wochenende erheblichen Schaden genommen. Das Nest, das auf einem Mast angebracht war, ist halb herunter geweht. Es sei gebrochen und teilweise heruntergestürzt, teilweise hängt es noch ganz schief am Mast, berichtet Udo Hilfers von der Storchenstation Berne. Er und einige Mitstreiter arbeiten gerade an einem Plan, das Nest zu erneuern. Denn der Storch hatte sein Domizil schon bezogen und baut sein Nistmaterial jetzt auf das herunterhängende Nest, sagt Udo Hilfers.

Großer Aufwand

Das Nest zu erneuern sei mit einem großen Arbeitsaufwand verbunden. Um an das Nest heranzukommen, wird ein Steiger benötigt, der auf etwa 30 Meter ausfahrbar ist. Denn Zäune und Gräben müssen überwunden werden, berichtet Udo Hilfers. Er wäre deshalb sehr dankbar, wenn jemand einen solchen Steiger zur Verfügung stellen könnte. Und auch tatkräftige Unterstützung beim Anbringen des neuen Nestes wäre hilfreich, sagt Udo Hilfers.

Die Storchenstation in Berne

Die Storchenstation ist derzeit aufgrund der hohen Corona-Infektionszahlen in der Wesermarsch für Besucher geschlossen. Leiter Udo Hilfers hofft, dass er ab Mai wieder Interessierte auf der Station empfangen kann. Die Storchenstation liegt am Storchenweg (über Bernebütteler Hellmer) in Berne-Glüsing. Seit rund 29 Jahren kümmert sich die Storchenpflegestation um kranke und verletzte Tiere und setzt sich dafür ein, dass der natürliche Lebensraum der Tiere erhalten bleibt.

Finanzielle Unterstützung kann die Storchenstation immer gebrauchen, sagt Udo Hilfers. Allein für ein neues Nest seien 500 Euro schnell mal weg, sagt der Storchenexperte. Und dann kommen noch Kosten für Mast und das Aufstellen hinzu. Kontakt und weitere Infos zur Storchenstation gibt es unter www.storchenstation.de im Internet.

Das Nest am Zentrum Alte Molkerei sei schon recht alt. Es sei Anfang der 1990er Jahre aufgestellt worden. Über die Jahre tragen die Störche immer mehr Nistmaterial ein, so könne ein Nest auch mal ziemlich schwer werden, weiß Udo Hilfers. Das jetzt beschädigte Nest schätzt er auf etwa eine Tonne.

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Storchenwanderung

Auch auf der Storchenstation selbst hat der Sturm ordentlich gewütet. „Hier sind auch einige Nester runter gesaust“, sagt Udo Hilfers. Auch um diese muss sich der Leiter der Storchenstation natürlich kümmern. Die Störche seien bereits in großer Zahl zurück, berichtet er. Viele Nester im Süden der Wesermarsch seien bereits wieder besetzt. Die erste Welle der Rückkehrer sei bereits während der frostigen Tage im Februar zurückgekehrt, sagt er.

Je weiter weg die Tiere im Herbst ziehen, desto später kämen sie zurück, sagt Udo Hilfers. Zwar tragen die Tiere, die an der Storchenstation nisten, keinen Sender, doch anhand des Zustands des Gefieders kann der Experte erkennen, ob die Tiere eine lange Reise hinter sich haben. Störche, die über Tausende Kilometer geflogen sind, sehen meist ziemlich mitgenommen und auch nicht mehr strahlend weiß aus, erläutert Udo Hilfers.

Ost- und Westzieher

Darüber hinaus unterscheide man zwischen den sogenannten Westziehern und Ostziehern, entsprechend der Himmelsrichtung, über die die Vögel im Herbst in südlichere Gefilde ziehen.

Mit den Ostziehern, die über den Bosporus gen Süden und zurück fliegen, rechnet Udo Hilfers erst ab etwa Ende März. Ob die Störche, die sich hier bereits häuslich einrichten, ihr Nest am Ende auch tatsächlich behalten, sei deshalb noch gar nicht klar, sagt Udo Hilfers.

Manchmal kämpfen die Tiere sogar richtig um die Nester. Dabei müsse nicht immer der Stärkere gewinnen, auch die Störche mit einer pfiffigeren Angriffstaktik sind oft erfolgreich, hat der Experte festgestellt.

Merle Ullrich Brake / Redaktion Brake
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