EINSWARDEN Nachdem auch der Aufsichtsrat der Vereinbarung zwischen Betriebsräten und Geschäftsführung zugestimmt hat, scheint sich die Stimmung in der Belegschaft des Nordenhamer Airbus-Werkes offensichtlich aufzuhellen. Das ergab eine Umfrage am Dienstag vor dem Werkstor der Einswarder Flugzeugbauer. Die ganz große Erleichterung will sich bei einer Vielzahl von Mitarbeitern aber dennoch nicht einstellen.

Wie die NWZ berichtete, ist ein Verkauf des Werkes, das zu Beginn des kommenden Jahres in die neue Gesellschaft Premium Aerotec überführt werden soll, bis Ende 2011 ausgeschlossen. Betriebsbedingte Kündigungen sind bis Ende 2013 tabu.

Detlef Templin hat festgestellt, dass die Stimmung bei den Kollegen deutlich besser geworden ist. Bei ihm hat das Ergebnis, das im Einigungsstellenverfahren über die Bedingungen der Werksausgliederung erzielt wurde, große Erleichterung ausgelöst. „Nach der großen Unsicherheit ist jetzt hoffentlich ein wenig Ruhe eingekehrt,“ sagt der 47-Jährige. Die Verunsicherung sei zuvor schon groß gewesen. „Schließlich macht man sich Sorgen um seinen Arbeitsplatz.“

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Auch Tobias Bühring ist zufrieden mit dem Ergebnis, das in den Verhandlungen zwischen Betriebsrat und Geschäftsführung erzielt wurde. Die schlimmsten Befürchtungen seien damit vom Tisch. „Ich glaube, da kann man erleichtert sein,“ sagt der 20-Jährige.

Und das sieht Bodo Meyer ganz ähnlich. „Ich habe mit einem schlechteren Ergebnis gerechnet“, sagt der 47-Jährige. „Ich glaube, das ist alles ganz gut gelaufen für uns. Auch weil der Betriebsrat nicht klein beigegeben hat.“ Bodo Meyer hofft ebenfalls, dass nach den Verunsicherungen in den vergangenen Monaten nun eine Phase der Ruhe beginnt.

Tim Odrian hält die Vereinbarung über die Ausgliederung des Nordenhamer Airbuswerks für einen kleinen Schritt in die richtige Richtung. „Ich habe mit Schlimmerem gerechnet. Und deshalb bin ich schon froh, dass man nicht ans Geld rangegangen ist.“ Aus der Sicht von Tim Odrian sind die Probleme allerdings nur vertagt worden. Ab 2012 könne ein neuer Investor ins Boot kommen. Und da wisse man nie, was dann passiert.

Und auch Patrick Kohnke ist der Meinung, dass die Probleme nur aufgeschoben sind. Langfristig fürchtet er, dass es zu Kürzungen beim Urlaubs- und Weihnachtsgeld kommen könnte und dass die Arbeitszeiten verlängert werden. „Damit kann man die Konjunktur aber nicht ankurbeln“, sagt der 35-Jährige, der von der ganz großen Erleichterung in der Belegschaft noch nichts gespürt hat.

Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
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