Spohle /Dringenburg Die Bedeutung der Milchviehhaltung in Niedersachsen machte am Dienstagabend bei der Jahreshauptversammlung des Milchkontrollvereins Dringenburg im „Spohler Krug“ in Spohle Dr. Ernst Bohlsen deutlich. „In Niedersachsen wird jährlich die Milch von fast 100 000 Kühen mehr als in allen fünf neuen Bundesländern zusammen in Milchlabors untersucht“, verdeutlichte der Geschäftsführer des Milchlabors Weser-Ems in Leer im Gespräch mit der NWZ. In seinem Institut lassen auch die im Milchkontrollverein Dringenburg zusammengeschlossenen 151 Mitgliedsbetriebe die Milch ihrer 16 273 Kühe elfmal jährlich untersuchen – freiwillig.

Gegen den Trend

Der langjährige Trend, dass die Zahl der Mitgliedsbetriebe sinkt, die Zahl der Kühe aber steigt, gilt nicht im vergangenen Kontrolljahr, verdeutlichte Oberleistungsprüfer Ewald Cramer. Zwar sank die Zahl der Mitgliedsbetriebe erneut – um 5 auf nun 151; die Gesamtzahl der Kühe jedoch sank ebenfalls um 113 auf nun 16 273 – wobei allerdings die durchschnittliche Anzahl Kühe pro Betrieb erneut um 2,8 Tiere auf 107,8 angestiegen ist.

Gesundheitscheck

Die auf freiwilliger Basis von diesen Kühen genommenen Milchproben sollen dazu dienen, die Haltung, Pflege und Fütterung des Milchviehs zu optimieren. Die Untersuchung der Proben in Leer ist aber auch eine Art Gesundheitscheck für die Tiere, weiß Cramer: „Die Proben geben auch Aufschluss über mögliche Krankheiten oder andere Faktoren für eine eingeschränkte Milchleistung jedes einzelnen Tieres“, erklärte Cramer den grundsätzlichen Sinn und Zweck von Milchkontrollvereinen. Auch die Molkereien – wie die Molkerei Ammerland in Dringenburg – kontrollierten natürlich die angelieferte Milch: „Dort jedoch werden Tankproben entnommen, bei denen Auffälligkeiten lediglich einem Betrieb, jedoch nicht einer einzelnen Kuh zugeordnet werden können“, erklärte Vereinsvorsitzender Gerd Heinen. Auch die Molkerei lässt ihre Proben in Leer untersuchen. Die Milchkontrollergebnisse 2016/17 stellte in der Versammlung Ewald Cramer vor (Bestenliste siehe Infokasten).

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Die Hitliste der Bestleistungen im Kontrolljahr 2016/17

Zufrieden war auch im Kontrolljahr 2016/17 Oberleistungsprüfer Ewald Cramer mit den Milchkontrollergebnissen in den derzeit 151 Mitgliedsbetrieben.

Die höchste 305-Tage-Leistung hatte im Kontrolljahr 2016/17 die Van Velzen-Hekert GbR aus Jader­außendeich mit der Kuh „Hanna“ – mit 16 118 Kilo Milch und 538 Eiweißkilo.

Platz 1 bei den 1. Laktationsleistungen belegt die Kuh „122“ der Van Velzen-Ekert GbR in Jaderaußendeich mit 11 457 Kilo Milch und 434 Eiweißkilo.

Die höchste Lebensleistung erbrachte die Kuh „25“der Eckhard und G. Cordes GbR, Hohenberge, mit 122 038 Kilo Milch.

Die höchsten Herdendurchschnitte nach Bestandsgröße:

10 bis 39 Kühe: Frank Martens aus Bokel (10 722 Kilo Milch/362 Eiweißkilo).

40 bis 59 Kühe: Thomas Rothe aus Wiefelstede (9399 Kilo Milch/339 Eiweißkilo).

60 bis 79 Kühe: Dirk Cording aus Garnholterdamm (11 083 Kilo Milch/384 Eiweißkilo).

80 bis 99 Kühe: Susanne Stahmer, Nethen (10 702 Kilo Milch/369 Eiweißkilo).

100 bis 149 Kühe: Holger Wemken aus Nuttel (10 836 Kilo Milch/366 Eiweißkilo).

Mehr als 150 Kühe: Van Velzen-Hekert GbR aus Jaderaußendeich (10 184 Kilo Milch/364 Eiweißkilo).

Im Verlauf der Versammlung standen turnusmäßig auch wieder Vorstandswahlen an, bei denen der Vorsitzende Gerd Heinen, Conneforde, ebenso wiedergewählt wurde wie das Vorstandsmitglied Thais Oltmanns aus Neuenwege.

Ministerin zu Gast

Nach den üblichen Regularien stellte sich die neue niedersächsische Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast – selbst Landwirtin – in der Versammlung vor. Sie sprach über „Aktuelle Herausforderungen und Perspektiven für die Landwirtschaft“. Ein Thema dabei: die Verankerung der Landwirtschaft in der Mitte der Gesellschaft. Der schwere Stand, den die Landwirtschaft in der öffentlichen Wahrnehmung habe, erfordere einen Dialog – gerade auch mit den Kritikern, sagte die Ministerin, die da einen „engen Schulterschluss zwischen Landwirtschaft und Politik“ herbeiführen möchte. Ihr Ziel sei, im gesellschaftlichen Dialog die Rolle der Landwirte durch Anerkennung und Planungssicherheit zu stärken.

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