NORDENHAM Karl-Heinz Osterwohldt stammt aus einer Seefahrerfamilie. Seine frühen Vorfahren waren Walfänger. „Ich bin der Erste in meiner Familie, der nicht zur See gefahren ist“, sagt der 63-Jährige. Diese Aussage stimmt aber nur, soweit sie auf seinen Beruf bezogen ist. In seiner Freizeit hat Osterwohldt so ziemlich jeden Bootstyp gefahren – vom Kanu bis zum Motorboot.

Mit dieser Vielfalt passt der ehemalige Chef von Felten & Guilleaume gut in den Wassersportverein (WSV) Nordenham. Dort segelt und paddelt er nicht nur; seit seiner Pensionierung 2003 befasst er sich auch mit der Vereinsgeschichte. „Wenn Vereine älter werden, gehen Erinnerungen verloren“, sagt Osterwohldt. Deshalb schreibt er auf, was ihm an Erinnerungen zugetragen wird. Was er hört, gleicht er mit den Vereinsnestoren Karl-Heinz Albrecht, Ernst August Tatje und Werner Bublitz ab. Und weil er großen Wert auf Genauigkeit legt, ist er stark interessiert an alten Dokumenten. Dazu gehört auch das frühere, von Harry Behm redigierte Vereinsblatt „Die Flaschenpost“.

Letztens erst hat Karl-Heinz Albrecht, der langjährige frühere Vorsitzende, das Gründungsprotokoll gefunden. Da hatte Osterwohldt seine Vereinschronik schon längst fertig. Aber Anfang nächsten Jahres gibt es eine neue. Sie ist, wie die erste Auflage, nicht zu kaufen, sondern wird verdienten Mitgliedern bei Ehrungen überreicht.

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In der zweiten Auflage spiegeln sich 60 Jahre Vereinsgeschichte. 1947, kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, fanden sich einige Kanuten zusammen, um gemeinsam Wassersport zu treiben. Sie bauten sich ihre Boote selbst, bespannten sie mit Plane von der US-Armee und bemalten sie mit Ölfarbe. Auf die Weser durften sie nur mit einer Genehmigung der Besatzer.

1949 gründeten sie eine Interessengemeinschaft unter dem Dach der DLRG und bauten in sechsmonatiger Arbeit in der Nähe des heutigen Hafenhauses ihr erstes Vereinsheim. „Sogar die Steine wurden selbst gemacht“, sagt Osterwohldt voller Respekt. Am 8. März 1950 wurde der Verein im neuen Heim gegründet – und bald sagte er sich von der DLRG los. 1954 wurden die ersten Segler aufgenommen, 1958 die ersten Fahrer von Großbooten. Die Sturmflut von 1962 zerstörte das Heim.

Am 3. Dezember 1965 weihten die Wassersportler ihr jetziges Vereinsheim ein. Auch die rund 350 Meter lange Zuwegung pflasterten sie selbst. 1974 entstand die Bootshalle, am 28. Februar 1978 brannte sie ab. „Davon fehlt mir immer noch ein Foto“, sagt der Chronist. Dafür hat er viele Fotos vom Fahrlehrer Helmut Wieker, der immer wieder Boote der Vereinsmitglieder taufte.

Anfang der 80er Jahre plante er den Sportboothafen in Großensiel; auch mehrere Steganlagen des WSV zeichnete er. Nur ein Vorstandsamt hat er nie übernommen.

Die größte Sorge des Vereins ist die an der Küste allgegenwärtige Verschlickung. „Wir können nur zwei Stunden vor und nach Hochwasser in die Weser“, bedauert Osterwohldt.

Dennoch zählt der seit 2005 von Elfi Hausmann geführte Verein 260 Mitglieder, davon jeweils rund 70 Kanuten und Segler. Was Karl-Heinz Osterwohldt am meisten freut, ist die Harmonie dieser verschiedenen Wassersportler, die einander sonst nicht immer grün sind.

Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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