Schweiburg /Ovelgönne „Hier ziehen Landwirte und Jäger aber nun wirklich an einem Strang.“ Ulf Luks, 1. Vorsitzender der Jagdgenossenschaft Schweiburg, steht an der Bäderstraße in einem Blühstreifen und stellt ein Projekt vor, das für mehr Artenvielfalt auch in der Wesermarsch sorgt.

Die Landwirte Hermann Luks sowie Udo und Nils von Deetzen aus Schweiburg stellen Flächen zur Verfügung, die sie nicht mehr bewirtschaften, sondern die als Blühstreifen wichtige Dienste für die Natur leiten sollen – und das auf immerhin 7000 Quadratmetern.

„Die Jagdgenossenschaft hat das Saatgut besorgt, das von der Genossenschaft bis zum 26. April eingebracht werden musste“, erklärt Ulf Luks. Buchweizen, Margeriten, Sonnenblumen, Malven, Hafer, Phacelia und einiges mehr wurden ausgesät – und die Saat ist längst aufgegangen.

„Das bringt ’ne ganze Menge. Es summt und brummt. Und wenn man zum Deich schaut, dann ist die bunte Vielfalt doch schon ganz schön auffällig“, sagt Udo von Deetzen, der hofft, dass dieses Beispiel in der ganzen Wesermarsch Schule macht. „Auch mit vielen kleinen Flächen können wir eine ganze Menge erreichen“, sagt der Landwirt.

Manfred Ostendorf, Geschäftsführer des Landvolks Wesermarsch, gefällt das eben aufgezeigte Beispiel aus Schweiburg. „Wir unterstützen das Anlegen von Blühstreifen sehr. Zwei Prozent der Ackerflächen der Wesermarsch (7000 Hektar) sind bereits in Blühstreifen umgewandelt worden“, sagt er im Gespräch mit der NWZ.

Ostendorf weist zugleich darauf hin, dass man Grünlandflächen nicht so ohne weiteres in Blühstreifen umwandeln darf. „Es gibt ein Grünlanderhaltungsgebot“, erläutert Ostendorf. Und so sollten die Landwirte, die Ausgleichszahlungen beantragt haben, sich vorher über die Umwandlungsmodalitäten am besten beim Landvolk genau informieren.

Zugleich verweist Ostendorf darauf, dass jeder Bürger einen Beitrag zum Artenschutz und gegen das Insektensterben leisten kann. „In jedem Garten ist Platz für Blühflächen. Und die Supermärkte sollten ihre Parkplätze nicht komplett zupflastern, sondern ebenfalls Blühstreifen anlegen“, betont der Landvolk-Geschäftsführer.

Der Einsatz von Laubbläsern und Mährobotern sei kritisch zu hinterfragen. Ein Laubbläser blase nicht nur das Laub weg, sondern alle anderen kleinen Lebewesen auch. Und wer einen Mähroboter einsetze, der müsse wissen, dass der Roboter wegen seines Dauereinsatzes ein Wuchs von Gänseblümchen sicherlich nicht zulasse.


     www.nwzonline.de/insektenjahr 
Hans-Carl Bokelmann Jade/Ovelgönne / Redaktion Brake
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

NWZONLINE-NEWSLETTER

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten.
Meine E-Mail wird nur zu diesem Zweck verwendet.
Einwilligung jederzeit wider­rufbar, Abmeldelink in jeder E-Mail. Die Datenschutz­erklärung habe ich zur Kenntnis genommen.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.