Elsfleth Nur noch einige wenige Schwalben umfliegen an diesem sonnigen Herbstmorgen das Betriebsgebäude des Hunte-Sperrwerks. Die meisten ihrer Artgenossen sind bereits in Richtung der Winterquartiere in Afrika aufgebrochen. Erst im nächsten Frühjahr wird es hier wieder laut werden, wenn die Mehl- oder Rauchschwalben zurückkehren und ihre Nester in den Stemmtoren des Sperrwerks in Betrieb nehmen.

Die „Winterruhe“ nutzt an diesem Tag Franz-Otto Müller, Vorsitzender des Naturschutzbundes Wesermarsch, um den Mitarbeitern des Hunte-Sperrwerks seinen Dank dafür auszusprechen, dass die Schwalben hier alljährlich mit ihrem lebenslustigen Gezwitscher willkommen sind. Bereits kurz nach Inbetriebnahme des Sperrwerks Ende der 1970er Jahre haben sich, erzählt der engagierte Naturschützer aus Brake, hier die ersten Schwalben häuslich niedergelassen – und durften seither unbehelligt brüten und mit ihren waghalsigen Flugmanövern die Sperrwerks-Mitarbeiter erfreuen. Auch die unvermeidlichen „Hinterlassenschaften“ der Vögel waren kein Anlass, sie von diesem Platz zu verscheuchen.

Vögel sind Kulturfolger

Für diese Gastfreundschaft bekommt Sperrwerkswärter André Feldhus stellvertretend für alle Kollegen des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasser-, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) eine Plakette mit der Aufschrift „Hier sind Schwalben willkommen“ sowie eine Urkunde überreicht. Zusätzlich hat Franz-Otto Müller noch zwei Kunstnester mitgebracht, die im nächsten Frühjahr bezogen werden können. Sie sollen am Betriebsgebäude angebracht werden, verspricht André Feldhus.

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Bereits seit 2013 werden Privatpersonen, Firmen und andere Institutionen für ihre Projektunterstützung vom Naturschutzbund ausgezeichnet. „Schwalben sind Kulturfolger, sie sind darauf angewiesen, dass sie von den Menschen in direkter Umgebung toleriert werden“, erklärt Franz-Otto Müller die Würdigung.

Moderne Fassadenbeschichtungen an Gebäuden würden häufig die Anhaftung von Nestern verhindern, erklärt Franz-Otto Müller. Viele Hausbesitzer hätten zudem keine Lust auf Verschmutzungen; dabei könne man dies leicht mit einem Kotbrett verhindern. Auch Gebäude wie Stallungen, Garagen oder Lagerhallen, in die es die Rauchschwalben zieht, seien immer seltener zugänglich für die Vögel.

Drei Familien geehrt

Wer dagegen Fenster oder Tore offen lässt oder – wie die Sperrwerks-Mitarbeiter – die Nester in den Stemmtoren toleriere, der leiste „einen wertvollen Beitrag zum Artenschutz“, lobt Franz-Otto Müller. Mit seinem Dank an diese „Schwalbenschützer“ verbindet der Naturschützer aus der Wesermarsch die Hoffnung, dass sich weitere Interessierte finden, die das Projekt „Hier sind Schwalben willkommen“ unterstützen. Wer dazu bereit ist, kann sich unter Telefon  04401/71485 bei Franz-Otto Müller informieren (E-Mail: nabu-wesermarsch@ewetel.net).

Neben den Sperrwerks-Mitarbeitern hat Franz-Otto Müller auch die Familien An-dreas Schattschneider aus Nordenham, Peter Pargmann sowie Markus Dumont (beide Jade) als „Schwalbenschützer“ ausgezeichnet.

Mit dem Elsflether Sand in unmittelbarer Nähe finden laut Franz-Otto Müller die Schwalben rund ums Sperrwerk beste Lebensbedingungen – und Menschen, die sich an ihnen jedes Jahr aufs Neue erfreuen.

Torsten Wewer Kanalmanagement / Redakteur
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