Rodenkirchen „Eine Heimsuchung“: So hatte Ortsbrandmeister Lars Stratmann den stundenlangen ununterbrochenen Regen genannt, der Mitte April die Oberflächenentwässerung in Rodenkirchen an ihre Grenzen brachte. Keller rannen voll Wasser, die Kläranlage lief über, das Tegelland drohte abzusaufen. Die Feuerwehr war 21 Stunden lang unterwegs.

„Vorsorge treffen“

Eine solche Katastrophe soll sich möglichst nicht wiederholen, und deshalb hat sich der Infrastrukturausschuss des Rates auf Antrag der Grünen jetzt mit dem Thema befasst. „Wir müssen Vorsorge treffen“, sagte die Grünen-Fraktionschefin Elke Kuik-Janssen.

Am Ende der Diskussion waren sich alle Fraktionen einig: Eine Analyse der Oberflächenentwässerung muss erstellt werden, und nach den Sommerferien, voraussichtlich im September, soll ein Runder Tisch Lösungsmöglichkeiten erarbeiten. An diesem Runden Tisch sollen das Bauamt der Gemeindeverwaltung, die Stadlander Sielacht und der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) Platz nehmen.

Der OOWV hat Erfahrungen mit dem Thema, das wegen des Klimawandels drängender wird: Für Brake und Elsfleth hat er Generalentwässerungspläne erstellt, wie Olaf Sonnenschein, OOWV-Regionalleiter für die Landkreise Wesermarsch und Cuxhaven, in einem Kurzvortrag mitteilte. An der Hafenstraße in Elsfleth werden jetzt erste Punkte aus dem Plan verwirklicht.

Kanalisation untersuchen

Ob auch für Rodenkirchen ein solcher Generalentwässerungsplan erforderlich ist, muss sich aber noch zeigen, sagte Ratsherr Michael Sanders von der FDP. Ein solcher Plan wäre die Basis für die Sanierung der Kanalisation und für das Abwassermanagement. Problembereiche bei Starkregen sind auch Gräben, Grüppen und Sieltiefe, gerade wenn zugewässert wird. „Da besteht ein entwässerungstechnischer Zusammenhang“, sagte Olaf Sonnenschein.

Jedenfalls habe sich der OOWV mittlerweile ein eigenes Gerät angeschafft, das die Kanäle untersucht und Engpässe findet. Sonnenschein gab der Gemeinde zwei Tipps mit auf den Weg:
 „Fangen Sie nicht irgendwo an, sondern planen Sie genau.“ Und:
 „Wenn Sie den Regenwasserkanal anfassen, dann kümmern Sie sich am besten auch gleich um den Schmutzwasserkanal, der darunter liegt.“

Wie Olaf Sonnenschein erläuterte, waren vom 13. bis 15. April in Rodenkirchen insgesamt 130 Millimeter Regen pro Quadratmeter gefallen. Das sind 16 Prozent der durchschnittlichen Jahresregenmenge von 800 Millimetern.

CDU-Fraktionschef Günter Busch mahnte, Erfahrungen von früher einzubeziehen. Wenn die Oberflächenentwässerung an ihre Grenzen komme, müsse auch immer darauf geachtet werden, dass das Wasser über Sieltiefe abfließen könne. Die Sielacht könne Pumpen und Schotten schnell per Fernsteuerung bewegen. Busch warnte aber vor der Illusion, die Gemeinde könne die Abwasserrohre so groß dimensionieren, dass es überhaupt nicht mehr zu Überflutungen komme.

Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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