Rodenkirchen Bauern sollten in den nächsten Wochen über den Zukauf von Futter nachdenken. Das empfiehlt Diplom-Ingenieur Dirk Albers von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Doch auch kurzfristig können Landwirte einiges gegen die Futterknappheit tun.

Einige Tipps gab er in der Jahreshauptversammlung des Beratungsrings Wesermarsch am Donnerstagabend in der Markthalle. Zunächst einmal müssten die Bauern den Futtermangel ihrer Tiere realistisch einschätzen, indem sie die Reserven und deren Qualität ermitteln. Auf dieser Grundlage könnten sie einen Futterplan für die nächsten acht Monate erstellen.

Wann sich Mast lohnt

Futter sparen könnten sie mit dem Verkauf von Schlachtkühen und -färsen, deren weitere Mast sich zumindest mit zugekauften Grundfutter nicht lohne. Zudem könnten sie die Grobfutterreserven schonen, indem sie Tiere mit hohen Ansprüchen an die Qualität des Futters mit mehr Kraftfutter versorgen. Bei anderen Rindern könnten Gras- oder Maissilage durch Stroh ersetzt werden, wobei Kraft- und Mineralfutter den Mangel an Nährstoffen ausgleiche.

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Wer Futter zukaufen wolle, solle es bald tun, denn noch sei ausreichend Grobfutter im Angebot. In den nächsten Monaten werde vor allem Maissilage erheblich teurer werden. Letztlich müsse jeder Landwirt über den Zukauf selbst entscheiden.

Eine schnelle Verbesserung der Futterlage erwartet Dirk Albers jedenfalls nicht. Denn nach zwei Dürrejahren und der anhaltenden Mäuseplage gebe es große und zum Teil flächendeckende Schäden an der Grasnarbe, wobei die Spannweite zwischen leichtem Mäusebefall und Totalschaden liege. Neues Gras werde so schnell nicht wachsen, weil die Flächen völlig neu angelegt werden müssten. „Solange die Mäuse aktiv sind, haben Neuansaaten keine Chance“, sagte Dirk Albers.

Einen zweiten Vortrag hielt Ringleiterin Kerstin Schröder. Anhand einer Auswertung von 25 Milchviehbetrieben stellte sie erhebliche Unterschiede bei den Ergebnissen fest. Ihre Berechnungen ergaben, dass die Unterschiede im Wesentlichen auf das Management des jeweiligen Betriebsleiters zurückzuführen sind.

In seinem Jahresbericht stellte Geschäftsführer Torsten Schomborg die Personalsituation in den Vordergrund. Ende 2019 war Ringleiter Steffen Habben verstorben, was viele Landwirte als schweren Verlust werten. Durch eine Neuverteilung der Arbeit zwischen den Beratern Kerstin Schröder, Sabrina Lilienthal, Fredo Wulff und ihm soll das Problem gelöst werden.

Torsten Schomborg warb für den Beratungsring: Er berate neutral und wolle „nichts verkaufen“. Die Berater seien mit den Verhältnissen auf den jeweiligen Höfen seit Jahren sehr vertraut. Gebraucht werde ihr Einsatz wegen stetig zunehmender gesetzlicher Vorgaben. Betrieben, die auf der Kippe stehen, könnten die Berater Wege in die Zukunft: weitermachen oder aufgeben?

Immer wieder entscheiden sich Betriebe für das Aufgeben, weswegen die Zahl der Mitglieder 2019 um 10 auf 166 gesunken ist. Dennoch steht es um die Kasse so gut, dass die vor vier Jahren beschlossene Erlaubnis zur Erhöhung der Beiträge vom Vorstand immer noch nicht in Anspruch genommen worden ist.

Renke Brüning gewählt

Einstimmig wählten die rund 60 Anwesenden die Vorstandsmitglieder Werner Blankemeyer, Hiddigwarden, und Dirk Stöver, Esenshammergroden, wieder. Neu in den Vorstand rückte Renke Brüning, Oldenbrok, ein, der die Nachfolge von Dieter Oncken, Großenmeer, antrat, der nicht wieder kandidierte.

Der Vorsitzende Arend Wichmann, Neuenhuntorf, dankte Dieter Oncken, der seit 1992 im Vorstand war, für seine stetige und ausgleichende Tätigkeit.

Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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