Brake Für Stefan Störmer gibt es nach wie vor noch viele Gründe, um auf die Straße zu gehen und zu protestieren. So sei Gerechtigkeit auf dem Arbeitsmarkt noch immer keine Selbstverständlichkeit, betonte er bei der Kundgenug zum 1. Mai auf dem Braker Postplatz.

Stefan Störmer, Vorsitzender des Bezirksverbands Weser-Ems der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), hielt am Sonntag die Mairede bei frühlingshaften Temperaturen und blauem Himmel mit sonnigen Abschnitten. Doch so schön das Wetter auch war an diesem 1. Mai, die angesprochen Themen trübten die Stimmung. Denn Grund zum Feiern gebe es nicht, wie der engagierte Gewerkschafter in einer kraftvollen Rede verdeutlichte. „Es gibt Dinge, die immer noch vorhanden sind und zum Himmel schreien. Wir müssen immer wieder die Finger in die Wunden legen, damit Missstände präsent bleiben“, sagte Stefan Störmer.

Ein Thema war die Rente. „Wir wollen, dass Menschen von ihrer Arbeit leben können und sozial abgesichert sind“, betonte der Mairedner. Soziale Gerechtigkeit sei auch heute keine Selbstverständlichkeit. Gute Arbeit zu fairen Löhnen und eine Rente, die zum Leben in Würde reiche, müssten selbstverständlich sein. Doch laut einer Studie wären im Jahr 2030 rund 25,1 Millionen Menschen von Altersarmut bedroht. „Die Rentenpolitik führt in die soziale Katastrophe“, betonte er und verwies auf das Umlageverfahren als Methode zur Altersvorsorge. Dabei werden die eingezahlten Beiträge unmittelbar zur Finanzierung der Leistungsberechtigten herangezogen. „Die Rente muss zum Leben reichen“, forderte der Gewerkschafter. Die Löhne von heute seien die Basis der Rente von morgen.

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Sodann widmete sich Stefan Störmer dem Bildungswesen und der Situation im ländlichen Raum. Lehrkräfte auf dem Arbeitsmarkt seien Mangelware. In der Periphere wie der Wesermarsch drohe ein Lehrkräftemangel. Bestimmte Fächer – alte Sprachen und Naturwissenschaften hauptsächlich – könnten nur noch von fachfremdem Personal unterrichtet werden. Für Stefan Störmer ist eine verfehlte Schulpolitik die Ursache dieser Misere. Politik dürfe nicht in Legislaturen, sondern in längeren Zeiträumen denken.

Außerdem müsse mehr Gerechtigkeit für Frauen auf dem Arbeitsmarkt erreicht werden. Nach Stefan Störmers Worten ist die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern mit 21,6 Prozent noch immer zu hoch. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit sei nach wie vor das Motto.

Der DGB-Ortsverbandsvorsitzende Uwe Peglau hatte die Maikundgebung eröffnet. Nach seinen Worten hat sich die Einführung des Mindestlohns bewährt, die Bilanz sei positiv. Hartz IV indes müsse reguliert werden. Einig waren sich die Redner in ihrem Kampf gegen Rechts. Derartige Parteien dürften keinen Platz finden. „Wir sind hier gefordert, auf der Straße, im Betrieb“, so Uwe Peglau.

Den Gottesdienst hielt Pastor Hans-Martin Röker. Für die Musik sorgte das BSW-Orchester unter der Leitung von Thomas Schröder.

Ulrich Schlüter Elsfleth / Redaktion Brake
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