REITLAND Für die 19-jährige, frisch gebackene Europameisterin Christina Damken vom KBV Reitland, Siegerin im Feldkampf mit der Hollandkugel, hat mit der letzten ablegten mündlichen Prüfung der Abiturstress ein Ende. Demnächst wird sie eine Ausbildung zur Chemielaborantin beim Oldenburgischen Ostfriesischen Wasserverband (OOWV) antreten. Diese wichtigen Entscheidungen hatten gegenüber den Vorbereitungen auf die Europameisterschaft der Friesensportler in Cork Vorrang, schließlich könne man, wie Gerd Heuermann, Vorsitzender des KBV Reitland, in seiner Laudatio feststellte, „einen Europameistertitel im Friesensport nicht vermarkten,“

Und so konnte sich Christina Damken längst nicht so intensiv auf die EM vorbereiten wie vor vier Jahren, als sie als Jugendliche in Westerstede mit vier Goldmedaillen im Feld- und Standkampf für Furore sorgte. Die Reise nach Irland trat sie nicht mit den anderen Aktiven im Bus an, weil zuvor noch eine sechsstündige Erdkundearbeit geschrieben werden musste. Danach ging es schnell im Auto mit den Eltern und dem Freund nach Holland, wo auf einem Parkplatz der Bus mit den Pressevertretern erreicht wurde und der Flug von Amsterdam nach Irland folgte. Damit es keine Schwierigkeiten bei der Abfertigung gab, hatte sie vorsorglich ihre Übungskugeln (Holland- und Eisenkugel) dem Bus mitgegeben.

Die Unterbringung im Hotel Castel in Macroon fand sie angenehm. Hier hatte der Friesischen Klootschießerverband (FKV) eine gute Wahl getroffen. Auf ihre sportliche Erwartung angesprochen, meinte sie bescheiden: „Ich habe mir nichts ausgerechnet.“ Wegen Knieproblemen hatte sie die Disziplin Kloot (Standkampf) diesmal auslassen müssen. Am Wettkampftag fand sie durch die vielen Regenfälle keine idealen Bedingungen vor. Über die Feldbahn waren schon die beiden Jugendklassen gegangen, so dass die Frauen ein schon arg ramponiertes Gelände vorfanden. „Am Anfang lief es noch nicht so gut und meine Konkurrentin, die spätere Zweitplazierte aus Irland, Catriona O‘Farrel-Kidney, lag bis zum siebten Wurf vorne“, erzählte Christina, die dann doch mit zehn Meter Vorsprung sich als neue Europameisterin in der Frauenklasse bejubeln lassen durfte und mit dem FKV auch das Team-Gold holte.

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Tags darauf bei der Abschlussveranstaltung bei herrlichem Wetter stand die „Hauptsportart“ der Iren, das Eisenwerfen auf der Straße an. „Die Strecke lag mir nicht so gut, mit Platz neun und dem Vizetitel der Mannschaft war ich dennoch zufrieden“, so Damken.

Nach ihrer Ankunft am frühen Morgen stand anschließend schon wieder Mathematik am Gymnasium Nordenham auf ihrem Schulplan. Die Nachbarn hatten es sich zuvor aber nicht nehmen lassen, auf einem großen Transparent ihre neue Europameisterin zu feiern.

Pfingstsonnabend gab es im Hause Damken einen Empfang. Nicht nur die Aktiven vom Boßelverein Reitland waren erschienen, sondern auch Abordnungen vom Schützenverein, der freiwilligen Feuerwehr, der Speelschar und der Gymnastik-Abteilung waren kamen. Hinzu gesellten sich Verwandte, Freunde und Nachbarn. In seiner Laudatio stellte Gerd Heuermann, Vorsitzender des KBV Reitland, heraus: „Vor vier Jahren der große Erfolg und jetzt gleich wieder in der Frauenklasse – davor ziehe ich meinen Hut. Du bist nicht stehen geblieben. Auch wenn das Trainingsprogramm nicht so intensiv war, in Dir lebt der stille Ehrgeiz. Die offizielle Ehrung seitens der Vereins werden wir in der Sportwoche im Juni vornehmen."

Einen großen Anteil am Erfolg haben auch das Umfeld wie Elternhaus und Trainer immer wieder gehabt. Die Verbundenheit der anderen Vereine stellte der Vorsitzende des Schützenvereins, Joachim Marburg, heraus: „Wir haben die Tage in Irland sehr aufmerksam verfolgt. Das hast Du super gemacht.“ Der Ex-Vorsitzende des Kreises I Butjadingen, Karl Heinz Husmann: „Ich konnte sie bis jetzt zu ihren bisherigen großen Erfolgen immer beglückwünschen und bin heute gerne gekommen. Christiane Du bist das Aushängeschild vom Kreis I Butjadingen. Du bist jetzt vier Jahre Europameisterin, darauf kannst Du bauen. Das kann Dir keiner mehr nehmen.“

Christina Damken abschließend: „Wenn ich von Verletzungen verschont bleibe mache ich natürlich weiter." Große Ziele warten schon auf sie: im Jahr 2009 gibt es eine Deutsche Meisterschaft und 2010 ist sogar eine Weltmeisterschaft in Holland geplant. Und in vier Jahren könnte sie ihren EM-Titel dann in Italien verteidigen.

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