KLEINENSIEL Waltraut und Werner Hofmann beteiligten sich an der Finanzierung des „Defi“. Er steht jedermann zur Verfügung.

von Horst Rix KLEINENSIEL - „Das einzige, was Sie falsch machen können, ist nicht zu helfen", sagte Dr. Hagen Behnke. Der Leiter der Abteilung für Anästhesie, Intensiv- und Schmerztherapie an der Wesermarsch-Klinik in Nordenham brach mit seinem Vortrag „Automatische externe Defibrillation (AED) - Der Schock für's Leben" eine Lanze für das kleine handliche Gerät, das kurz „Defi" genannt wird und Leben retten kann.

Zahlreiche Interessenten, darunter zehn Johanniter-Unfall-Helfer aus Rodenkirchen, informierten sich am Donnerstagabend im Kommunikationszentrum des Kernkraftwerks Unterweser in Kleinensiel über den Defibrillator. Ein solches Gerät zur Reanimation bei plötzlichem Herzstillstand steht seit August vergangenen Jahres in der Gaststätte Hülsmann in Rodenkirchen für jedermann und jederzeit zur Verfügung. Angeschafft hat es die Gemeinde Stadland dank einer Spende des Rodenkircher Ehepaares Waltraut und Werner Hofmann.

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Klaus Wessels, der als Organisator der Informationsveranstaltung neben den beiden Spendern auch Stadlands Bürgermeister Boris Schierhold begrüßte, wies darauf hin, dass täglich 350 Menschen in Deutschland dem plötzlichen Herzstillstand erliegen.

Entscheidend bei einem Herzstillstand seien die Minuten oder gar Sekunden bis zu einer Reanimierung, machte Hagen Behnke deutlich. Der plötzliche Herztod wird in der Regel durch Herzkammerflimmern ausgelöst. Das bedeutet, dass der Herzmuskel so schnell schlägt, dass er kein Blut mehr transportiert und dadurch die Sauerstoffversorgung des Gehirns und der Muskel aufhört. Wenn man nicht innerhalb von drei bis fünf Minuten dagegen etwas unternimmt, treten die ersten Hirnschäden auf, nach acht bis zehn Minuten ist der Mensch tot, so der Arzt.

Jede Minute ohne wirksame Reanimation senke die Überlebenschancen um zehn Prozent. Wenn ein Patient nicht ansprechbar ist und nicht mehr atmet, müsse in den berühmten fünf Minuten schnellstmöglich reagiert werden, um die Hirn- und Herzdurchblutung zu sichern. Bis zum Eintreffen des sofort zu alarmierenden Rettungsdienstes müssen eine Durchblutung und die Beatmung des Patienten sichergestellt sein. Das kann durch eine 30-malige Herzdruckmassage und zwei anschließenden Atemspenden geschehen. Diese Prozedur des Brustkorbdrückens und der Beatmung soll dann wiederholt werden.

„Das Herz zu reanimieren, ist relativ einfach", sagte Hagen Behnke, „das Hirn kann man allerdings nicht verpflanzen." Einfach für Laien ist aber der Einsatz des Defibrillators. Das Gerät, das während der Veranstaltung ausgiebig vorgestellt und erläutert wurde, arbeitet völlig selbständig und macht nichts falsch. Es löst seinen Schock nur bei Herzkammerflimmern aus, prüft den Herzrhythmus, gibt akustische Informationen zum Hergang seines Einsatzes und gibt Patienten eine zweifach höhere Überlebenschance. Vor allem ist das batterie- oder akkubetriebene Gerät problemlos durch Laien einsetzbar.

Bürger-Stiftung Wesermarsch sammelt weitere Spenden

Spenden für den Erwerb weiterer Defibrillatoren nimmt die noch junge „Bürger-Stiftung Wesermarsch“ entgegen. Sie ist eine selbstständige und unabhängige Institution zur Förderung verschiedener gemeinnütziger Zwecke in der Wesermarsch. Die Stiftung wurde durch Waltraut und Werner Hofmann aus Rodenkirchen gegründet. „Die Defis müssen unbedingt mehr werden, damit 60 bis 70 Prozent der Betroffenen überleben können", sagte Werner Hofmann. Viele Ortschaften und Bauernhöfe lägen fernab von den an zentralen Stellen deponierten Geräten für die Automatische Externe Defibrillation (AED). Ansprechpartner der Bürger-Stiftung für Spenden ist Rieke Wiesensee in Elsfleth, 04404/961316.

Ein exotisches Gerät sei jetzt nicht mehr exotisch, meint der Arzt Dr. Hagen Behnke. Eigentlich müsste ein AED-Gerät aber so verbreitet sein wie die Feuerlöscher. Aufgrund der verkauften Stückzahlen ist der Preis noch recht hoch, zur Zeit liegt er bei 4500 Euro. Davon trägt die Björn-Steiger-Stiftung „Kampf dem Herztod" bis zu 2500 Euro.

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